Das Neue Testament Satans – Protokolle der Weltdiktatur

Protokolle der Weltdiktatur: Originaltext, entnommen aus Des Griffin´s – Buch ,,Wer regiert die Welt”

Das neue Testament Satans

Anmerkung: dieses Dokument tauchte zum ersten Mal anfangs 1900 auf. Ich selber habe es zum ersten Mal 1985 gelesen. Seit dem habe ich nichts vergleichbares mehr gefunden. Wer auch immer es verfasst hat muss, wie der Titel ausdrückt, eine direkte Verbindung zu „Satan“ haben. Wie sonnst könnte er auf so diabolische Art  und so genau die Weltsituation vorhersagen?

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Alle Redensarten wollen wir beiseite lassen, dafür aber die Bedeutung jedes Gedankens besprechen und die Lage durch Vergleiche und Schlußfolgerungen beleuchten. Auf diese Weise kennzeichnen wir unser System.

Man muß dabei stets berücksichtigen, daß die Menschen mit bösen Trieben zahlreicher sind als die mit guten Eigenschaften. Deshalb wird in der Staatsverwaltung weit mehr durch Gewalt und Rücksichtslosigkeit erreicht, als durch wissenschaftliche Erörterungen.

Jeder Mensch strebt nach Macht, jeder möchte »Selbstherrscher« – Diktator – werden, wenn er nur könnte. Dabei sind nur die Wenigsten bereit, das Allgemeinwohl dem eigenen Vorteil nicht zu opfern.

Was hat die Raubtiere, die man Menschen nennt, in Schranken gehalten?

Wer hat sie bisher geleitet?

Zu Beginn der gesellschaftlichen Ordnung fügten sie sich der rohen und blinden Gewalt, dann dem Gesetz, das nichts Anderes ist als die gleiche Gewalt in verschleierter Form. Daraus folgere ich: Nach den Naturgesetzen liegt das Recht in der Macht!

Diese Aufgabe wird wesentlich leichter, wenn der Gegner selbst von dem falschen Begriff »Freiheit«, dem sogenannten Liberalismus, angesteckt wird und sich diesem Begriff zuliebe seiner Macht begibt.  des_griffin

Hier gelangt unsere Lehre zum offenkundigen Siege: Wenn die Zügel der Verwaltung am Boden schleifen dann erfaßt nach den Naturgesetzen eine neue Hand die Zügel und zieht sie an. Denn die blinde Masse des Volkes kann nicht einen Tag ohne Führer sein. Die neue Macht tritt an die Stelle der alten, die der Liberalismus zermürbt hat.

In unserer Zeit ersetzt die Macht des Goldes den Liberalismus. Es gab eine Zeit, da herrschte der Gottesglaube. Der Begriff der Freiheit läßt sich nicht verwirklichen. Niemand versteht es, vernünftigen Gebrauch davon zu machen.

Überläßt man ein Volk auf kurze Zeit der Selbstverwaltung, so verwandelt sich diese in Zügellosigkeit. Von diesem Augenblick an entstehen Zwistigkeiten, die sehr bald in Wirtschaftskämpfe ausarten. Die Staaten geraten in Brand, und ihr Ansehen versinkt in Asche.

Mag nun ein Staat durch innere Umwälzungen erschöpft oder durch Bürgerkrieg in die Gewalt äußerer Feinde geraten sein, so ist er auf jeden Fall dem Untergang geweiht; dann ist er in unserer Gewalt.

Die Herrschaft des Geldes, über das wir ganz allein verfügen, reicht ihm einen Strohhalm hin, an dem sich die Regierung wohl oder übel anklammern muß, will sie nicht rettungslos in den Abgrund versinken.

Ich frage denjenigen, der vom freisinnigen Standpunkt aus solche Erwägungen für unsittlich hält: »Wenn jedes Reich zwei Feinde hat, und wenn es dem äußeren Feind gegenüber erlaubt ist und nicht als unsittlich gilt, jegliches Kampfmittel anzuwenden, zum Beispiel den Feind nicht mit den Verteidigungs- und Angriffsplänen bekannt zu machen, ihn nachts und mit überlegenen Streitkräften anzugreifen, weshalb sollten solche Maßnahmen gegenüber dem schlimmeren Feind, der die gesellschaftliche Ordnung und den Wohlstand zerstört, unmoralisch genannt werden?«

Wie kann ein gesund und folgerichtig denkender Geist hoffen, die Volksmassen mit Erfolg durch Vernunftgründe und gütliches Zureden zu regieren, wenn dem Volk die Möglichkeit des Widerspruchs zusteht, der zwar unsinnig erscheinen mag, dem oberflächlich urteilenden Volk aber angenehm dünkt?

Der große Haufe, der sich ausschließlich von seichten Leidenschaften, Aberglauben, Gewohnheiten, Überlieferungen und gefühlsvollen Lehrsätzen leiten läßt, verstrickt sich in den Parteigeist, der jede Möglichkeit einer Verständigung ausschließt, wenn sie auf Grund gesunder Vorschläge angebahnt wird. Jede Entscheidung der Masse hängt von einer zufälligen oder künstlich zusammengebrachten Mehrheit ab, die sich, in Unkenntnis der Schliche in der Staatskunst, zu den törichtsten Entschlüssen hinreißen läßt und so den Keim der Gesetzlosigkeit in die Staatsverwaltung legt.

Die Staatskunst hat mit dem Sittengesetz nichts gemein. Ein Herrscher, der an der Hand des Sittengesetzes regieren will, versteht nichts von der Staatskunst und ist daher keinen Augenblick auf seinem Thron sicher. Wer regieren will, muß mit List und Heuchelei arbeiten. Hohe völkische Eigenschaften – Ehrbarkeit und Offenheit – sind Klippen für die Staatskunst, denn sie stürzen besser und sicherer vom Thron als der stärkste Feind. Diese Eigenschaften mögen die Kennzeichen der nicht illuminierten Reiche sein. Wir dürfen uns niemals von ihnen leiten lassen.

Unser Recht liegt in der Stärke. Das Wort »Recht« ist ein künstlich gebildeter und durch nichts bewiesener Begriff. Es bedeutet nicht mehr als: »Gebt mir, was ich wünsche, damit ich einen Beweis dafür habe, daß ich stärker bin als ihr.«

Der Zweck heiligt die Mittel

Wo fängt das Recht an? Wo hört es auf? In einem Staat, in dem die Macht schlecht geregelt ist, in dem die Gesetze und der Herrscher durch zahlreiche Rechte des Freisinnes machtlos geworden sind, schöpfe ich ein neues Recht: mich nach dem Recht des Stärkeren auf die Verwaltung zu stürzen, meine Hand auf die Gesetze zu legen, alle Einrichtungen umzubilden und der Herr derer zu werden, die uns ihre Macht freiwillig aus »Liberalismus« überlassen haben.

Unsere Macht wird, da gegenwärtig alle Mächte ins Wanken geraten, unüberwindlicher sein als jede andere, weil sie so lange unsichtbar sein wird, bis sie so weit gekräftigt ist, daß sie keine List mehr untergraben kann.

Aus dem vorübergehenden Unheil, das wir jetzt anrichten müssen, wird die Wohltat einer unerschütterlichen Regierung hervorgehen, die den vom Freisinne gestörten regelmäßigen Gang des völkischen Daseins wiederherstellen wird. Der Zweck heiligt die Mittel. So wollen wir denn in unseren Plänen die Aufmerksamkeit weniger auf das Gute und Sittliche als auf das Nötige und Nützliche lenken.

Wenn wir einen erfolgreichen Plan für unsere Tätigkeit ausarbeiten wollen, dann müssen wir die Gemeinheit, die Unbeständigkeit, den Wankelmut der Masse begreifen lernen. Wir müssen ihre Unfähigkeit zum Verständnis und zur Würdigung der Bedingungen des eigenen Lebens, der eigenen Wohlfahrt berücksichtigen.

Wir müssen in Rechnung ziehen, daß die Macht der Masse blind, unvernünftig und urteilslos ist, daß sie bald nach rechts, bald nach links horcht. Ein Blinder kann Blinde nicht leiten, ohne daß er sie an den Abgrund führt. Folglich können die Angehörigen der Masse, Emporkömmlinge aus dem Volk, mögen sie auch hochbegabt sein, in der Staatskunst nicht mitreden oder als Führer auftreten, ohne das ganze Volk zu verderben.

Ein Volk, das sich selbst, das heißt den Emporkömmlingen aus der Masse überlassen bleibt, zerstört sein eigenes Gefüge durch Parteikämpfe, die durch die Jagd nach Macht und Ehren hervorgerufen werden, und durch die daraus entspringenden Unruhen. Ist es möglich, daß die Massen ruhig und ohne Eifersucht urteilen und das Geschick des Landes leiten können, das sich nicht mit persönlichen Interessen vermengen läßt? Können sie es gegen äußere Feinde verteidigen? Das ist undenkbar: Ein Feldzugplan, der in so viele Teile zerfällt, wie die Menge Köpfe zählt, verliert seine Einheitlichkeit; er wird deshalb unverständlich und unausführbar.

Die Masse besteht aus Barbaren

Nur eine selbstherrschende Persönlichkeit kann die Pläne der Staatsleitung in voller Klarheit in einer Ordnung ausarbeiten, die alles im Mechanismus der Staatsmaschine richtig verteilt. Hieraus folgt, daß die geeignetste Staatsform eines Landes dort gefunden ist, wo die Leitung in der Hand einer verantwortlichen Persönlichkeit liegt. Ohne unbedingte Gewalt kann keine Zivilisation bestehen; diese ruht nicht auf den Massen, sondern auf ihrem Führer, mag er sein, wie er will. Die Masse besteht aus Barbaren, die ihr Barbarentum bei jeder Gelegenheit zeigt. Sobald die Masse die Freiheit an sich reißt, verwandelt sie diese in Gesetzlosigkeit, die den höchsten Grad der Barbarei bildet.

Sehen Sie sich die vom Weingeist durchseuchten Tiere an, die vom Wein betäubt sind. Das Recht auf den unmäßigen Weingenuß wird zugleich mit der Freiheit verliehen. Lassen Sie unser Volk nicht so weit geraten. Die nicht illuminierten Völker sind vom Weingeist benebelt, ihre Jugend ist durch übertriebene Durchforschung der Klassiker ebenso verdummt wie durch frühe Laster, zu denen sie von unseren Beauftragten, den Hauslehrern, Dienern, Erzieherinnen in den reichen Häuser, Handlungs-Gehilfen, ferner von unseren Weibern an Vergnügungsorten der Nicht-Illuminierten verleitet werden. Zu diesen zähle ich auch die sogenannten »Damen der Gesellschaft«, die das Beispiel des Lasters und der Prunksucht freiwillig nachahmen.

Unsere Lösung ist: Gewalt und Heuchelei! Nur die Macht erringt den Sieg in staatsrechtlichen Fragen, namentlich wenn sie in den Talenten verborgen ist, die notwendig sind, um ein Volk zu lenken. Die Gewalt bildet die Grundlage, aber List und Verschlagenheit wirken als Machtmittel für solche Regierungen, die nicht gewillt sind, ihre Krone den Vertretern irgendeiner neuen Macht zu Füßen zu legen. Dieses Übel ist das einzige Mittel, um zum guten Ziel zu gelangen. Daher dürfen wir nicht zurückschrecken vor Bestechung, Betrug, Verrat, sobald sie zur Erreichung unserer Pläne dienen. In der Staatskunst muß man fremdes Eigentum ohne Zögern nehmen, wenn hierdurch nur Unterwürfigkeit und Macht erlangt werden.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Unsere Regierung, die den Weg friedlicher Eroberung geht, darf die Schrecken des Krieges durch weniger bemerkbare, aber um so wirksamere Hinrichtungen ersetzen, mit denen die Schreckensherrschaft aufrecht erhalten werden muß, um blinden und unbedingten Gehorsam zu erzwingen. Gerechte, aber unerbittliche Strenge bildet die beste Stütze der Staatsgewalt. Nicht allein des Vorteiles wegen, sondern vor allem auch im Namen der Pflicht, des Sieges halber, müssen wir festhalten an der Anwendung von Gewalt und Heuchelei.

Die Lehre, die auf kühler Berechnung beruht, ist so stark, wie die von ihr angewandten Mittel sind. Deshalb werden wir nicht so sehr durch diese Mittel selbst wie durch die Unerbittlichkeit unserer Lehre triumphieren und damit alle Regierungen unserer Oberregierung unterwerfen. Es genügt zu wissen, daß wir unerbittlich sind, um jeden Ungehorsam zu beseitigen.

Schon im Altertum ließen wir unter den Völkern den Ruf erschallen: »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!« Diese Worte haben gedankenlose Papageien, die auf solchen Lockruf von allen Seiten herbeiflogen, oft wiederholt. Diese Worte haben die Wohlfahrt der Welt, die wahre persönliche Freiheit, die früher vor dem Druck der Masse geschützt war, zerstört. Selbst die verständigen und klugen Nicht- Illuminierten verstanden den eigentlichen Sinn dieser Worte nicht, sie erkannten nicht ihren inneren Widerspruch. Sie sagten sich nicht, daß die Natur keine Gleichheit kennt, daß sie keine Freiheit geben kann.

Die Natur selbst hat die Ungleichheit des Verstandes, des Charakters, der Fähigkeiten und die Unterwerfung unter ihre Gesetze eingerichtet. Die Nicht-Illuminierten überlegen nicht, daß die Volksmasse eine blinde Gewalt ist, daß aber auch die von ihr gewählten Emporkömmlinge ebenso blind sind wie die Masse selbst, daß der Eingeweihte, selbst wenn er ein Tor ist, regieren kann, während der Uneingeweihte, auch wenn er ein Hochgeist ist, nichts von der Staatskunst versteht. Alle diese Dinge haben sie übersehen.

Darauf beruhten aber die fürstlichen Regierungen: Der Vater übertrug seine Kenntnis auf den Sohn, so daß sie nur den Mitgliedern des Herrscherhauses bekannt wurde und ihre Geheimnisse dem regierten Volk von niemandem verraten werden konnten. Mit der Zeit ging der Sinn solcher Übertragung des wahren Inhaltes der Staatskunst verloren, und das trug zum Erfolg unserer Sache ebenfalls bei.

Unersättlichkeit menschlicher Bedürfnisse

An allen Ecken der Welt führten die Worte »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« mit Hilfe unserer geheimen Vertreter unseren Reihen Riesenmengen zu, die unsere Fahnen mit Begeisterung trugen. Indessen wirkten jene Worte wie Würmer, die am Wohlbefinden der Nicht-Illuminierten saugen, indem sie überall den Frieden, die Ruhe, den Gemeinsinn der Nicht-Illuminierten unterwühlten und dadurch die Grundlagen ihrer Herrschaft zerstörten.

Sie sehen, meine Herren, die Folgen, die zum Triumph unserer Sache gedient haben. Sie gaben uns die Möglichkeit, den höchsten Triumph zu erhaschen: die Vernichtung der Adelsvorrechte oder, besser gesagt, des eigentlichen Wesens der nicht-illuminierten Adelsherrschaft, die das einzige Schutzmittel der nicht-illuminierten Völker und Staaten gegen uns bildete.

Auf den Trümmern des alten Bluts- und Geschlechtsadels errichteten wir den Adel unserer Gebildeten, den Geldadel. Wir haben diesen neuen Adel geschaffen nach dem Maßstab des Reichtums, der von uns abhängig ist und der Wissenschaft, die von unseren weisen Männern geleitet wird.

Unser Triumph wurde noch dadurch erleichtert, daß wir im Verkehr mit den Leuten, die wir brauchen konnten, immer auf die empfänglichsten Seiten des menschlichen Geistes hingewirkt haben: auf die Rechnung mit dem Geld, auf die Habgier, auf die Unersättlichkeit der menschlichen Bedürfnisse. Jede dieser menschlichen Schwächen ist an sich geeignet, die Entschlußkraft zu töten, indem sie den Willen der Menschen dem Käufer ihrer Tätigkeit zur Verfügung stellt.

Der Begriff der Freiheit gab die Möglichkeit, die Masse zu überzeugen, daß die Regierung nichts anderes sei wie der Beauftragte des Eigentümers des Landes, nämlich des Volkes, daß aber dieser Verwalter gewechselt werden könne, wie man abgetragene Handschuhe wechselt.Die Absetzbarkeit der Volksvertreter gab diese in unsere Gewalt und machte ihre Ernennung gleichsam von uns abhängig.

Macht unserer Vorherrschaft

Für unsere Zwecke ist es unbedingt erforderlich, daß Kriege, soweit es möglich ist, keine Landgewinne bringen; dann werden sie auf das wirtschaftliche Gebiet übertragen, wo wir den Völkern die Macht unserer Vorherrschaft zum Bewußtsein bringen werden. Solche Lage liefert beide kriegsführenden Parteien unseren über den ganzen Erdball verteilten Vertretern aus, die über Millionen von Augen verfügen und durch keine Landesgrenzen eingeengt werden. Dann werden unsere Rechte die Rechte der Völker wegwischen und diese ebenso regieren, wie die Macht der Regierungen jetzt die Beziehungen der Staatsangehörigen zueinander regelt.

Die von uns nach ihren sklavischen Fähigkeiten aus der Bürgerschaft auserwählten Verwaltungsbeamten werden für die Verwaltungstätigkeit nicht vorbereitet sein. Sie werden daher leicht zu Bauern in unserem Schachspiel herabsinken und sich ganz in den Händen unserer geschulten und begabten Ratgeber befinden, die von Jugend auf zur Herrschaft über die ganze Welt erzogen wurden.

Wie Ihnen bekannt ist, haben diese Sachverständigen ihre Kenntnis der Regierungskunst aus unseren staatsmännischen Plänen, aus den Lehren der Geschichte und den Beobachtungen der Gegenwart geschöpft.

Die Nicht-Illuminierten kennen nicht die Übung leidenschaftsloser, auf die Geschichte begründeter Beobachtungen, sie lassen sich von einer wissenschaftlichen Gewandtheit leiten, die ohne prüfenden Vergleich mit den Ergebnissen arbeitet. Es hat darum für uns keinen Sinn, sich um sie zu kümmern – mögen sie bis die Zeit reif ist in der Hoffnung auf neue Freuden oder in der Erinnerung an vergangene leben.

Die Hauptsache ist, daß sie fest an das glauben, was wir ihnen als Gebote der Wissenschaft eingeträufelt haben. Darum erwecken wir fortwährend durch unsere Presse ein blindes Zutrauen zu diesen Geboten. Die klugen Köpfe der Nicht-Illuminierten werden sich mit ihrem Wissen brüsten und die »aus der Wissenschaft« gewonnenen Kenntnisse geschickt zu verwirklichen suchen, ohne dieselben folgerichtig zu prüfen und ohne zu ahnen, daß sie von unseren Vertretern zusammengestellt wurden, um die Menschen in der für ins notwendigen Geistesrichtung zu erziehen.

Mit dem Zeitgeist der Völker rechnen

Glauben Sie nicht, daß unsere Behauptung nur leere Worte sein. Blicken Sie auf die von uns ausgegebenen Erfolge der Lehen von Darwin, Marx und Nietzsche. Ihre zersetzende Wirkung auf nicht-illuminierte Köpfe sollte uns wenigstens klar sein.

Wir müssen mit dem Zeitgeist, mit den Charakteren und Stimmungen der Völker rechnen um in der Staatskunst und Verwaltung keine Fehler zu begehen.

Unser Lehrgebäude, das der Gemütsart der Völker, mit denen wir in Berührung kommen, angepaßt werden muß, hat nur dauernden Erfolg, wenn es bei der Anwendung im Leben die Lehren der Vergangenheit mit den Forderungen der Gegenwart verbindet.

In den Händen der gegenwärtigen Regierung befindet sich eine große Macht, die die Gedankenbewegungen im Volk hervorruft: die Presse. Sie hat die Aufgabe, auf angeblich notwendige Forderungen hinzuweisen, die Klagen des Volkes zum Ausdruck zu bringen, Unzufriedenheit zu äußern und zu erwecken.

In der Presse verkörpert sich der Triumph des Geredes von der Freiheit. Aber die Regierungen verstanden es nicht, diese Macht zu benutzen, und so fiel sie in unsere Hände. Durch die Presse kamen wir zu Einfluß und blieben doch selbst im Schatten. Dank ihr haben wir Berge von Gold in unsere Hände gebracht, ohne uns darum zu kümmern, daß wir es aus Strömen von Blut und Tränen schöpfen mußten.

In den Schraubstöcken der Illuminaten

Das Ziel, das wir uns gesteckt haben, liegt, wie ich Ihnen heute schon mitteilen kann, nur noch wenige Schritte entfernt. Wir brauchen nur noch einen kleinen Weg zurückzulegen, dann ist der Kreis der symbolischen Schlange – des Sinnbildes unseres Illuminaten-Ordens – geschlossen. Wenn dieser Ring erst geschlossen sein wird, dann preßt er alle europäischen Reiche mit kräftigen Schraubstöcken zusammen.

Die Waagschalen der Verfassungen unserer Zeit werden bald umkippen; denn wir haben sie ungenau eingestellt, damit sie nicht zur Ruhe kommen. Wir sorgen dafür, daß sie nicht aufhören, zu schwanken, bis ihr Hebel durchgerieben ist. Die nicht zu den Illuminierten Gehörenden glaubten zwar sie hätten den Waagebalken hart genug geschmiedet, und sie erwarteten immer, die Waage würde ins Gleichgewicht kommen.

Doch der Waagebalken, der die Waagschalen trägt, wird in Unruhe gehalten durch die Vertreter des Volkes, die sich durch ihre unbeschränkte und verantwortliche Macht zu allerlei Dummheiten hinreißen lassen. Diese Macht verdanken sie dem Schrecken – dem Terror – der in die Paläste eindrang. Da die Herrschenden nicht zum Herzen des Volkes gelangen können, so vermögen sie auch nicht, sich mit diesem zu verständigen und gegen die Machthungrigen zu wappnen. Da wir die sichtbare Gewalt der Herrscher und die unsichtbare Macht der Massen getrennt haben, so haben beide ihre Bedeutung verloren; denn jede für sich allein ist hilflos wie der Blinde ohne Stock.

Um die Machthaber zum Mißbrauch ihrer Gewalt zu veranlassen, haben wir alle Kräfte gegeneinander ausgespielt, indem wir ihr liberales Streben nach Unabhängigkeit entwickelten. Wir suchten in diesem Sinn jegliche Unternehmungslust zu beleben, wir rüsteten alle Parteien aus, wir machten die herrschende Macht zur Zielscheibe allen Ehrgeizes. Aus den Staaten machten wir Kampfplätze, auf denen sich Aufstände abspielen; nur noch ein wenig Geduld, und die Aufstände und Zusammenbrüche werden eine allgemeine Erscheinung bilden.

Unermüdliche Schwätzer haben die Sitzungen der Volksvertretungen und der Staatsverwaltungen in Schauplätze für Rednerturniere verwandelt. Freche Zeitungsschreiber, gewissenlose Schmähschriftsteller fallen täglich über die Vertreter der Regierung her. Der Mißbrauch der Macht lockert schließlich die Grundstützen des Staates und bereitet ihren Zusammenbruch vor. Alles wird unter den Schlägen einer aufgepeitschten Masse zertrümmert werden.

Rechte sind für die Armen Hohn

Die Völker werden durch ihre Armut, die stärker wirkt als Sklaverei und Leibeigenschaft, zu schwerer Arbeit verurteilt. Von Sklaverei und Leibeigenschaft konnten sie sich auf dem einen oder anderen Weg befreien, aber dem Elend können sie nicht entrinnen. Wir fügten in die Verfassungen solche Rechte ein, die für die Massen eine eingebildete Bedeutung haben, aber keine wirklichen Rechte sind. Alle sogenannten »Volks-rechte« bestehen nur in der Einbildung, sie können niemals in die Wirklichkeit übertragen werden.

Was kann es der werktätigen Arbeiterschaft, die ihr Leben in harter Arbeit fristet, nützen, daß einige Schwätzer das Recht zum Reden erhalten haben, und daß die Zeitungsschreiben neben wahren Nachrichten auch jeden Blödsinn zusammenschreiben dürfen. Tatsächlich bietet ihr die Verfassung keine anderen Vorteile als die armseligen Brocken, die wir ihr von unserem Tisch aus dafür zuwerfen, daß sie für uns und unsere Vertreter stimmt.

Rechte im Volksstaat sind für den Armen in der Tat nur bitterer Hohn. Er kann sie gar nicht richtig ausüben, weil er täglich in der Tretmühle der Arbeit steht, die ihm kaum den nötigen Lebensunterhalt bewahrt. Kein Arbeiter kann mit Sicherheit auf einen ständigen Lohn rechnen er ist abhängig von Aussperrungen durch die Fabrikherren und von Streiks seiner Arbeitsgenossen.

Das Volk hat unter unserem Einfluß die Herrschaft des Adels zerstört. Dieser war schon aus eigenem Vorteil, der unzertrennlich mit den Grundlagen der Volkswohlfahrt verbunden ist, der natürliche Verteidiger und Ernährer des Volkes. Mit der Vernichtung des Adels geriet das Volk unter die Herrschaft reich gewordener Emporkömmlinge, die den Arbeitern das Joch unbarmherziger Knechtung auferlegten.

Wir erscheinen gewissermaßen als die Retter der Arbeiter aus dieser Knechtschaft, indem wir sie einladen, in die Reihen unseres Heeres von Sozialisten, Anarchisten und Kommunisten einzutreten. Diese Richtungen unterstützen wir grundsätzlich, angeblich auf Grund der Regeln unserer Bruderschaft, die durch die allgemein-menschliche Verpflichtung unseres sozialen Freimaurertums bedingt werden. Der Adel, der von Rechts wegen die Leistungen der Arbeiter in Anspruch nahm, hatte ein natürliches Interesse daran, daß die Arbeiter satt, gesund und kräftig waren.

Wir aber wollen gerade das Gegenteil – nämlich die Entartung aller, die nicht zu dem Kreis der Illuminierten zählen. Unsere Macht beruht auf der dauernden Unterernährung und der Schwäche des Arbeiters. In diesem Zustand muß er sich unserem Willen unterordnen, da er weder die Kraft noch den Willen findet, um uns Widerstand zu leisten.

Krönung unserer Weltherrschaft

Hunger verschafft der Geldmacht weit sicherere Gewalt über die Arbeiter, als sie dem Adel von der gesetzlichen Macht des Königs verliehen wurde. Durch die Not und den aus ihr entspringenden Haß bewegen wir die Massen. Wir beseitigen mit ihrer Hilfe jeden, der uns auf unserem Weg hinderlich ist.

Alle außer den Illuminaten haben es verlernt, ohne unsere wissenschaftlichen Ratschläge zu denken. Deshalb erkennen sie die dringende Notwendigkeit dessen nicht, woran wir, wenn unsere Herrschaft errichtet ist, unverrückbar festhalten werden: In den Volksschulen muß die einzige wahre Wissenschaft, die wichtigste von allen, nämlich die Lehre vom gesellschaftlichen Bau des Lebens gepredigt werden, der die Arbeitsteilung und folglich auch die Einteilung der Menschen in Klassen und Stände erfordert.

Es muß unbedingt allen zum Bewußtsein gebracht werden, daß eine Gleichheit der Menschen infolge der ungleichen Wichtigkeit verschiedenartiger Tätigkeiten ausgeschlossen ist. Es muß eine verschiedene Verantwortung vor dem Gesetz bestehen; denn man kann nicht die gleiche Verantwortung verlangen von einem Mann, der durch seine Handlungen einen ganzen Stand bloßstellt und von einem solchen, der nur seinen guten Namen schändet.

Die wahre Lehre vom gesellschaftlichen Bau des Lebens, die wir als Illuminaten geheimhalten, zeigt. daß geistige Tätigkeit und körperliche Arbeit auf bestimmte Kreise von Menschen beschränkt bleiben müssen, da sonst aus den Mißverhältnissen zwischen Vorbildung und Beruf eine Quelle menschlicher Leiden entsteht.

Haben sich die Völker diese Lehren zu eigen gemacht, so werden sie sich freiwillig den Gewalten und der von ihnen eingeführten Ordnung im Staat unterwerfen. Bei dem heutigen Stand der Wissenschaft und bei der Richtung. die wir ihr gegeben haben, vertraut das Volk blind dem gedruckten Wort und den ihm beigebrachten Irrlehren.

Diese Feindschaft muß sich bei der kommenden wirtschaftlichen Spannung. die alle Börsengeschäfte und Industrien lahmlegen wird, noch wesentlich verschärfen, Wir werden auf allen uns zugängigen Schleichwegen und mit Hilfe des Goldes, das sich vollständig in unserer Hand befindet. eine allgemeine wirtschaftliche Spannung hervorrufen. Gleichzeitig werden wir in allen europäischen Ländern ganze Scharen von Arbeitern auf die Straße werfen. Diese Massen werden gern das Blut derer vergießen. die sie in ihrer Einfalt von Jugend auf beneiden, und deren Hab und Gut sie dann rauben können.

Der Aufstand von Paris

An unsere Leute werden sie aber nicht herankommen, weil uns der Augenblick des Überfalles bekannt sein wird, und weil wir deshalb rechtzeitig Maßnahmen zum Schutz der Unserigen treffen werden.

Wir haben bewiesen, daß der Fortschritt alle Nicht-Illuminierten in das Reich der Vernunft führen wird. Unsere Gewaltherrschaft wird es verstehen, durch vernünftige Strenge allen Aufruhr zu unterdrücken und den Freisinn aus allen Zweigen des staatlichen Lebens zu verdrängen.

Nachdem das Volk gemerkt hatte. daß ihm im Namen der Freiheit allerhand Zugeständnisse gemacht wurden, glaubte es, selbst Herr zu sein, und riß die Macht an sich. Natürlich stieß es, wie jeder Blinde, auf eine Fülle von Schwierigkeiten, aus denen es selbst nicht heraus konnte. Auf der Suche nach Führern verfiel es nicht darauf, zu seinen alten Führern zurückzukehren, es legte vielmehr seine Vollmachten zu unseren Füßen nieder. Denken Sie an den Umsturz in Frankreich. dem wir den Namen des »großen« gegeben haben. Die Geheimnisse seiner Vorbereitung sind uns völlig bekannt, war er doch das Werk unserer Hände.

Seit jenem Zeitpunkt führen wir die Völker aus einer Enttäuschung in die andere, damit sie sich auch von uns abwenden und dem Herrscher aus dem Geist der Illuminaten zujubeln, den wir für die Welt vorbereiten.

Gegenwärtig sind wir als Weltmacht unverwundbar; denn sobald wir von einem Staat angegriffen werden, treten andere Staaten für uns ein. Unsere unangreifbare Stellung wird durch die unendliche Niedertracht der Nicht-Illuminierten gefördert, die vor der Macht kriechen, aber gegen die Schwachen unbarmherzig sind, die Vergehen unerbittlich bestrafen, Verbrechen dagegen nachsichtig beurteilen, die Widersprüche einer freien Gesellschaftsordnung nicht hinnehmen wollen, aber geduldig bis zum Märtyrertum eine von kühner Herrschsucht ausgehende Vergewaltigung ertragen. Sie dulden Mißbräuche von den Diktatoren der Gegenwart, den Minister- oder Kammer-Präsidenten, für deren kleinsten sie zwanzig Könige enthauptet hätten.

Woraus erklärt sich diese merkwürdige Erscheinung, dieses nicht folgerichtige Verhalten der Massen gegenüber scheinbar gleichartigen Vorgängen? Sie erklärt sich daraus, daß diese Diktatoren den Völkern durch ihre Vertreter einflüstern lassen, sie schädigten die Staaten absichtlich, und zwar zu einem höheren Zweck. Das Ziel sei die allgemeine Wohlfahrt der Völker, ihre Verbrüderung, gegenseitige Verpflichtung (Solidarität) und Gleichheit.

Das Volk verurteilt die Gerechten

Natürlich wird ihnen nicht gesagt, daß diese Vereinigung sich nur unter unserer Herrschaft bilden soll. So verurteilt das Volk die Gerechten und läßt die Schuldigen straflos. Es läßt sich mehr und mehr davon überzeugen, daß es alles fertig bringen könne, was es nur will. Unter solchen Umständen zerstört das Volk jede ruhige Entwicklung und ruft bei jedem Schritt nur neue Unordnung hervor.

Das Wort »Freiheit« stürzt die menschliche Gesellschaft in den Kampf gegen alle Gewalten, gegen die Macht Gottes und der Natur. Wenn wir erst auf dem Thron sitzen werden, dann werden wir dieses Wort aus dem Wortschatz der Menschheit vertilgen, weil es der Inbegriff der tierischen Gewalt ist, die die Massen in blutgierige Raubtiere verwandelt. Allerdings fallen diese Tiere in Schlaf, wenn sie Blut genossen haben; dann lassen sie sich leicht in Ketten legen. Gibt man ihnen aber kein Blut zu saufen, so schlafen sie nicht, sondern kämpfen.

Jeder Volksstaat macht eine ganze Reihe von Entwicklungsstufen durch. Der erste Abschnitt gleicht den ersten Tagen der wahnsinnigen Handlungen eines Blinden, der von rechts nach links taumelt. Der zweite Abschnitt ist die Zeit der Volksverhetzung (Demagogie), aus der die Gesetzlosigkeit (Anarchie) entspringt. Diese führt unvermeidlich zur Gewaltherrschaft (Despotismus), die aber nicht mehr öffentlich und gesetzmäßig anerkannt ist und deshalb keine Verantwortung mehr trägt.

Es handelt sich dabei vielmehr um eine unsichtbare und unbekannte Macht, um einen Geheimbund, der im Verborgenen arbeitet, und sich deshalb in der Wahl. seiner Mittel keinerlei Schranken aufzuerlegen braucht, der seine Vertreter überall vorschiebt und aus ihrem häufigen Wechsel nicht Schaden, sondern Vorteile zieht; diese äußern sich unter anderem schon darin, daß er sein Geld nicht zur Entlohnung für langjährige treue Dienste verwenden muß.

Wer und was wäre wohl imstande, diese unsichtbare Macht zu stürzen? Dieser Charakter kennzeichnet nämlich unsere Macht! Die äußerliche (profane) Tätigkeit der Freimaurer dient dazu, unsere Macht und ihr Ziel zu verschleiern: unser Kriegsplan, ja selbst der Sitz unserer Macht werden dem Volk stets verborgen bleiben.

Auch die Freiheit könnte unschädlich sein. Sie könnte im Staatsleben ohne Nachteil für die Wohlfahrt der Völker wirksam werden, wenn sie sich auf den Glauben an Gott und auf die Nächstenliebe stützte, wenn sie sich von allen Gedanken der Gleichheit fernhielte, mit welcher die auf Unterordnung beruhenden Gesetze der Schöpfung im Widerspruch stehen. Bei solchem Gottesglauben würde sich das Volk von der Geistlichkeit leiten lassen.

Es würde friedlich und bescheiden an der Hand seiner Seelenhirten einher schreiten und sich der von Gott gewollten Verteilung der irdischen Glücksgüter ruhig unterwerfen. Aus diesem Grund müssen wir unbedingt den Gottesglauben zerstören, jeden Gedanken an Gott und den Heiligen Geist aus der Seele der Gläubigen herausreißen und ihn durch zahlenmäßige Berechnungen und körperliche Bedürfnisse ersetzen.

Der Götzendienst des Goldes

Wir Illuminaten lassen allen anderen keine Zeit zum Denken und Beobachten; wir lenken ihre Gedanken auf Handel und Gewerbe. So werden alle Völker ihren Vorteil suchen und dabei ihren gemeinsamen Feind übersehen. Damit die Freiheit endgültig die noch nicht illuminierte Gesellschaft zerfetzt und auflöst, muß das Gewerbe auf dem Spielgeschäft aufgebaut werden. Das wird dahinführen, daß die Schätze, die die Industrie dem Boden entrissen hat, aus den Händen unserer Gegner in die Taschen der Spieler, das heißt in unsere Kassen übergehen.

Der auf das Äußerste angespannte Kampf um die Vorherrschaft im Wirtschaftsleben und die Erschütterungen des Marktes müssen eine enttäuschte, kalte und herzlose Gesellschaft ins Leben rufen; das ist sogar bereits geschehen. Diese Gesellschaft wird eine vollkommene Abneigung gegen die hohe Staatskunst und gegen die Religion empfinden. Ihr einziger Berater wird die Rechenkunst, das heißt: das Gold sein! Mit ihm werden sie einen förmlichen Götzendienst treiben im Hinblick auf die Genüsse, die es bieten kann.

Wenn es so weit gekommen ist, dann werden die unteren Schichten weder um etwas Gutes zu leisten, noch um Reichtümer zu sammeln, sondern lediglich aus Haß gegen die bevorzugten Gesellschaftsklassen uns gegen unsere Mitbewerber um die Macht, nämlich gegen alle Nicht-Illuminierten folgen.

Welche Form der Staatsverfassung kann man einer Gesellschaft geben. in der die Bestechlichkeit überall vorherrscht, wo man nur durch geschickte Kniffe, durch halbbetrügerische Schiebungen zu Reichtum gelangen kann, wo die Zuchtlosigkeit herrscht, wo die Sittlichkeit nur durch Strafverfügungen und strenge Gesetze aufrecht erhalten werden kann, keineswegs aber durch freiwillig befolgte Grundsätze, wo Vaterlandsliebe und Gottesglaube von weltbürgerlichen Überzeugungen erstickt werden?

Die Massen nach unserem Willen leiten

Die Verfassung solcher Gesellschaft kann nur auf einer Gewaltherrschaft beruhen, die ich Ihnen später schildern werde. Wir werden eine größere Vereinheitlichung der Verwaltung schaffen, um mit ihrer Hilfe alle Gewalt in unseren Händen zu vereinigen. Alle Zweige des staatlichen Lebens unserer Untertanen werden wir wie den Gang einer Maschine durch neue Gesetze regeln. Diese Gesetze werden nach und nach alle Abschwächungen und Freiheiten beseitigen, die andere zugelassen haben.

Unser Reich soll durch eine grenzenlose Gewaltherrschaft gekennzeichnet werden, daß es zu jeder Zeit und an allen Orten im Stande sein muß, den Widerstand unzufriedener Menschen im Keime zu ersticken. Man könnte einwenden, daß sich die Gewaltherrschaft, von der ich rede, mit dem Fortschritt unserer Zeit nicht vereinigen ließe, ich werde Ihnen jedoch das Gegenteil beweisen.

Solange die Völker noch zu ihren Fürsten wie zu einer Offenbarung des göttlichen Willens aufschauten, beugten sie sich willig unter die Selbstherrschaft der Könige. Als wir ihnen aber den Gedanken von ihren eigenen Rechten zuflüsterten, begannen sie, in den Königen nur noch gewöhnlich Sterbliche zu sehen. Das Gottesgnadentum verlor in den Augen des Volkes jede Bedeutung. Als wir ihm den Glauben an Gott geraubt hatten, sank die Macht der Krone auf die Straße. Hier haben wir sie als öffentliches Eigentum aufgegriffen.

Wir sind außerdem Meister der Kunst, die Massen und einzelne Persönlichkeiten durch geschickte Bearbeitung in Wort und Schrift, durch gewandte Umgangsformen und allerlei Mittelchen, von denen die nicht Illuminierten keine Ahnung haben, nach unserem Willen zu leiten. Unsere Verwaltungskunst beruht auf schärfster Beobachtung und Zergliederung, auf solchen Feinheiten der Schlußfolgerung, daß niemand mit uns in Wettbewerb treten kann.

Mit uns muß man rechnen

Auch in der Anlage unserer staatsmännischen Pläne und in der Geschlossenheit und Macht unserer Geheimbünde kann sich niemand mit uns messen. Nur die Jesuiten könnten allenfalls mit uns verglichen werden; doch wir verstanden es, sie in den Augen der gedankenlosen Masse herab zu setzen, weil sie eine sichtbare Körperschaft bilden, wir selbst aber mit unserer geheimen Körperschaft im Schatten blieben. Ist es übrigens für die Welt nicht gleichgültig, wer sie beherrscht: das Haupt der katholischen Kirche oder wir Illuminaten? Für uns, die Erleuchteten, ist das freilich durchaus nicht gleichgültig.

Zeitweilig könnte ein allgemeines Bündnis aller nicht Illuminierten über uns obsiegen. Gegen die Gefahr sind wir aber durch den tief eingewurzelten, unüberbrückbaren Zwiespalt unter den nicht Illuminierten geschützt. Im Laufe von zwanzig Jahrhunderten haben wir bei ihnen die persönlichen und völkischen Gegensätze, den Rassen- und Glaubenshaß eifrig geschürt. Dank diesem Umstand wird kein christlicher Staat Unterstützung finden, weil jeder andere Staat glauben muß, daß ein Bündnis gegen uns für ihn nicht vorteilhaft sei. Wir sind eben zu stark, mit uns muß man rechnen! Heute können die Mächte nicht einmal das kleinste Übereinkommen untereinander abschließen, ohne daß wir im Geheimen unsere Hand dabei im Spiel haben.

»Per me reges regnant – durch mich herrschen die Könige.« Die Propheten haben uns gelehrt, daß wir von Gott selbst zur Herrschaft über die ganze Welt auserwählt wurden. Gott selbst hat uns die nötige Begabung verliehen, damit wir uns dieser großen Aufgabe gewachsen zeigen. Selbst wenn im gegnerischen Lager ein Geistesheld erstände, der sich mit uns in einen Kampf einließe, so müßte er dennoch unterliegen, da der Neuling sich mit dem erprobten Krieger nicht messen kann. Der Kampf zwischen uns wäre so schonungslos geworden, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat; auch wäre der Geistesheld zu spät gekommen.

Alle Räder der Staatsmaschine werden durch eine Kraft getrieben, die ganz in unseren Händen ruht: das Gold! Die von unseren Gelehrten erdachte Volkswirtschaftslehre hat schon längst dem Geld eine überlegene Machtstellung zugewiesen.

Die öffentliche Meinung beherrschen

Um unbeschränkt herrschen zu können, muß sich die Geldmacht die Alleinherrschaft in Handel und Gewerbe erringen. Unsichtbare Hände sind schon am Werk, um diesen Plan in der ganzen Welt zu verwirklichen. Solches Vorrecht gibt den Industriellen eine politische Macht; diese dient aber zur Unterdrückung des Volkes. Heute ist es wichtiger, die Völker zu entwaffnen, als in den Krieg zu führen; es ist wichtiger, die entflammten Leidenschaften zu unseren Gunsten zu benutzen, als sie zu löschen; es ist wichtiger, auf fremde Gedanken einzugehen und sie zu benutzen, als sie zu bekämpfen.

Die Hauptaufgabe unserer Verwaltung besteht darin, die öffentliche Meinung durch eine zersetzende Beurteilung aller Vorgänge in ihrer Widerstandskraft zu lähmen, den Menschen das eigene Denken, das sich gegen uns aufbäumen könnte, abzugewöhnen; und die vorhandenen Geisteskräfte auf bloße Spiegelfechtereien einer hohlen Redekunst abzulenken.

Zu allen Zeiten hielten die Völker und die einzelnen Persönlichkeiten das Wort für die Tat; sie begnügten sich mit dem Schein, ohne zu merken, ob im öffentlichen Leben auf Versprechungen auch die Erfüllung folgt. Darum werden wir dem Volk Ausstellungen veranstalten, auf welchen mit großer Beredsamkeit klar gemacht werden soll, was wir für den allgemeinen Fortschritt geleistet haben.

Wir werden uns jeden freiheitlichen Gedanken aller Parteien und Richtungen aneignen und unsere Redner beauftragen, ihn so lange breitzutreten, bis wir die Menschen mit den schönen Reden ermüdet und in ihnen einen Abscheu vor den Rednern aller Richtungen erzeugt haben.

Um die öffentliche Meinung zu beherrschen, müssen wir Zweifel und Zwietracht säen, indem wir von den verschiedensten Seiten so lange einander widersprechende Ansichten äußern lassen, bis die nicht Illuminierten sich in dem Wirrsal nicht mehr zurechtfinden und zu der Überzeugung kommen, daß es am besten sei, in staatsrechtlichen Fragen überhaupt keine Meinung zu haben, da dem Volk in diesen Dingen der nötige Überblick fehlt, und nur derjenige sie wirklich überschauen könne, der das Volk selbst leitet. Das ist unser erstes Geheimnis!

Das zweite, für den Erfolg unserer Sache nicht minder wichtige Geheimnis besteht darin, die Fehler und Gebrechen des Volkes möglichst zu vermehren. Alle schlechten Gewohnheiten, Leidenschaften, alle Regeln des geselligen Verkehrs müssen derart auf die Spitze getrieben werden, daß sich niemand in dem tollen Durcheinander mehr zurechtfinden kann, und die Menschen aufhören, einander zu verstehen. Auf diese Weise wird es uns leicht sein, Zwietracht in allen Parteien zu säen, jede Sammlung von Kräften, die sich uns noch nicht unterwerfen wollen, zu verhindern und jede persönliche Tatkraft, die unsere Sache irgendwie stören könnte, von vornherein zu entmutigen.

Alle Völker beugen sich unserer Herrschaft

Es gibt nichts Gefährlicheres, als die Macht der Persönlichkeit. Ist sie mit schöpferischen Geisteskräften ausgestattet, so vermag sie mehr auszurichten als Millionen von Menschen, die wir miteinander entzweit haben. Darum müssen wir die Erziehung der nicht illuminierten Gesellschaft dahin lenken, daß sie vor jeder Aufgabe, die Tatkraft und Entschlußfähigkeit erfordert, in hoffnungsloser Schwäche die Hände sinken läßt. Die Anspannung, die durch die Freiheit des Handelns hervorgerufen wird, erschlafft die Kräfte, sobald sie auf fremde Freiheit stößt. Daraus entwickeln sich schwere sittliche Zusammenstöße, Enttäuschungen und Mißerfolge.

Durch alle diese Mittel werden die nicht Illuminierten derart ermüden, daß sie gezwungen sein werden, uns die Weltherrschaft anzubieten. Wir sind nach unserer ganzen Veranlagung sehr wohl imstande, alle staatlichen Kräfte der Welt ohne schroffen Übergang in uns einzusaugen und eine Oberherrschaft zu bilden. An die Stelle der jetzigen Herrscher werden wir ein Schreckgespenst setzen, das sich überstaatliche Verwaltung nennen wird. Wie Zangen werden seine Arme nach allen Richtungen ausgestreckt sein und eine so gewaltige Einrichtung darstellen, daß sich alle Völker unserer Herrschaft beugen werden.

Sehr bald werden wir uns riesige Alleinrechte (Monopole) sichern, die jeden fremden Wettbewerb ausschließen und für uns eine Quelle gewaltigen Reichtums bilden. Von diesen illuminierten Alleinrechten werden selbst die großen Vermögen der nicht Illuminierten in einer Weise abhängen, daß sie am ersten Tag nach dem Zusammenbruch der alten Regierung eben verschwinden werden, wie das in die Zahlungsfähigkeit der Staaten gesetzte Vertrauen (Staatskredite). Ich bitte die Volkswirte, die Bedeutung dieses Gedankens richtig abzuschätzen.

Mit allen Mitteln müssen wir die Macht unserer Oberherrschaft entwickeln; sie muß allen als die Schirmherrin und Wohltäterin derer erscheinen, die sich uns freiwillig unterwerfen.

Der Adel, der nicht zum Kreis der Illuminaten gehört, hat als staatliche Macht ausgespielt. Wir brauchen mit ihm in dieser Hinsicht nicht mehr zu rechnen. Als Grundbesitzer wirkt er aber deshalb schädlich für uns, weil er dank den Quellen seiner Lebenshaltung unabhängig bleiben kann. Daher gilt es, ihn um jeden Preis seines Grundbesitzes zu berauben. Das beste Mittel hierzu ist die Erhöhung der Bodenbesteuerung zur Verschuldung des Landbesitzes. Diese Maßnahme wird den Grundbesitz in einem Zustand unbedingter Abhängigkeit erhalten. Infolge seiner ererbten Eigenschaften versteht der Adel, der nicht zu uns gehört, es nicht, sich mit Geringem zu begnügen und deshalb muß er bald zugrunde gehen.

Unterstützung des Verlangens nach Pracht

Gleichzeitig müssen wir Handel und Gewerbe einen verstärkten Schutz angedeihen lassen, und vor allem das Spielgeschäft fördern. Dieses dient uns als Gegengewicht gegen die zunehmende Macht der Industrie. Ohne Spielgeschäft würde die Industrie das bürgerliche Kapital vermehren und zur Hebung der Landwirtschaft beitragen, da sie den Grundbesitz aus der Schuldknechtschaft der Landbanken befreien könnte. Wir müssen es dazu bringen, daß die Industrie sowohl die Arbeitskräfte als auch das Geld aus der Landwirtschaft aufsaugt und durch das Spielgeschäft alle Schätze der Welt in unsere Hände ausliefert. Dann sind alle nicht illuminierten Menschen arme Teufel, dann werden sie sich vor uns beugen, um nur ihr Leben fristen zu können!

Um alle Industrie zu zerstören, die nicht zu dem Kreis der Insider gehört, werden wir uns neben dem Spielgeschäft noch eines anderen Mittels bedienen: es ist die Entwicklung eines starken Verlangens bei nicht Illuminierten nach Pracht, nach einem alles verschlingenden Aufwand.

Wir werden den Arbeitslohn steigern; das wird aber den Arbeitern keinen Nutzen bringen, weil wir gleichzeitig eine Preissteigerung bei allen Gegenständen des täglichen Bedarfs herbeiführen. Als Vorwand werden wir dabei den Notstand der Landwirtschaft und der Viehzucht benutzen.

Wir werden die Quellen der Erzeugung in Landwirtschaft und Gewerbe künstlich und tief unterwühlen, indem wir die Arbeiter an Gesetzlosigkeit und Trunksucht gewöhnen und alle geistig hochstehenden Kräfte, die keine Illuminaten sind, vom Land entfernen.

Damit die nicht Illuminierten den wahren Stand der Dinge nicht vor der Zeit erkennen, werden wir ihn sorgfältig verschleiern. Als Mittel dazu dienen unsere volkswirtschaftlichen Lehren, aus denen scheinbar ein ernstes Streben spricht, für die Arbeiterklasse und die weltbewegenden Grundsätze mit aller Kraft einzutreten.

Die starken Rüstungen, die Ausgestaltung des Polizeiwesens, das alles dient nur zur Verwirklichung unserer bereits entwickelten Pläne. Wir müssen dafür sorgen, daß es neben uns in allen Staaten nur noch Besitzlose und einige von uns abhängige Millionäre gibt, außerdem Polizei und Soldaten.

Wir müssen in ganz Europa und durch die Beziehungen von dort aus auch in anderen Erdteilen Gärung, Streit und Feindschaft erregen. Damit erreichen wir einen doppelten Vorteil: Erstens werden uns alle Staaten fürchten, weil sie genau wissen, daß wir jederzeit imstande sind, nach Belieben Unruhen hervorzurufen oder die alte Ordnung wieder herzustellen. Alle diese Länder sind gewohnt, uns als notwendiges Übel zu betrachten

Geheimhaltung aller Unternehmungen

Zweitens werden wir durch unsere Umtriebe alle Fäden verwirren, die wir mit Hilfe staatsrechtlicher oder wirtschaftlicher Verträge und Schuldverschreibungen nach allen Staatsleitungen gesponnen haben. Um dieses Ziel restlos zu erreichen, müssen wir bei den mündlichen Verhandlungen mit großer Verschlagenheit und Verschmitztheit vorgehen; äußerlich dagegen, in dem sogenannten amtlichen Schriftwechsel, werden wir ein entgegengesetztes Verfahren einschlagen und stets ehrbar und entgegenkommend erscheinen. Befolgen wir diese Grundsätze, so werden die nicht illuminierten Staatsleitungen und Völker, die wir daran gewöhnt haben, den Schein für bare Münze zu nehmen, uns einst noch für die Wohltäter und Retter des Menschengeschlechtes halten.

Sobald ein Staat, der noch von nicht Illuminatien regiert wird, es wagt. uns Widerstand zu leisten, müssen wir in der Lage sein. seine Nachbarn zum Krieg gegen ihn zu veranlassen. Wollen aber auch die Nachbarn gemeinsame Sachen mit ihm machen und gegen uns vorgehen, so müssen wir den Weltkrieg entfesseln.

Der oberste Grundsatz jeder erfolgreichen Staatskunst ist die strengste Geheimhaltung aller Unternehmungen. Was der Staatsmann sagt, braucht keineswegs mit dem übereinzustimmen, was er tut.

Wir müssen die nicht von uns beherrschten Staatsleitungen zwingen, unseren breit angelegten Plan, der sich schon der erwünschten Vollendung nähert, tatkräftig zu unterstützen. Als Mittel werden wir die öffentliche Meinung vorschützen, die wir insgeheim durch die sogenannte achte Großmacht – die Presse -in unserem Sinn bearbeitet haben. Mit ganz wenigen Ausnahmen, die überhaupt nicht in Frage kommen, liegt die ganze Presse in unseren Händen.

Wir wollen unseren Plan zur Niederzwingung der nicht illuminierten Staaten in Europa in wenige Worte zusammenfassen: Einem von ihnen werden wir unsere Macht durch Mordanschläge, also durch die Schreckensmänner, den Terror, beweisen. Sollte es zu einer gemeinsamen Erhebung aller europäischen Staate wider uns kommen, so werden ihnen amerikanische, chinesische oder japanische Geschütze in unserem Namen antworten.

Wir müssen uns mit allen Kampfmitteln, deren sich unsere Gegner gegen uns bedienen könnten, auch ausrüsten. Wir müssen uns deshalb mit allen Feinheiten und mit allen Kniffen der Gesetzbücher vertraut machen für den Fall, daß wir Entscheidungen fällen müssen, die übermäßig kühn und ungerecht scheinen können; denn es ist wichtig, diese Entscheidungen so zu fassen, daß sie als Ausfluß der höchsten sittlichen Rechtsordnung erscheinen.

Sie dienen teils aus Ehrgeiz, teils aus Eigennutz

Unsere Leitung muß sich mit allen Hilfskräften der Zivilisation umgeben, in deren Mitte sie wirken soll. Dazu gehören vor allem Tagesschriftsteller, Rechtsgelehrte, Verwaltungsbeamte, Staatsmänner und schließlich solche Persönlichkeiten, die in unseren Fachschulen eine besondere Vorbildung genossen haben.

Diese Leute werden von uns in alle Geheimnisse des gesellschaftlichen Lebens eingeweiht. Sie erlernen jene Sprache, die aus politischen Buchstaben und Worten zusammengesetzt ist. Sie werden mit allen tieferen Gründen der menschlichen Natur bekannt gemacht und mit allen ihren empfindlichen Saiten, deren Anschlag sie verstehen müssen. Zu diesen Saiten gehören die besondere Geistesrichtung der Menschen, die nicht zu den Insidern gehören, ihre Bestrebungen, Fehler, Laster und Tugenden, sowie die besonderen Eigenschaften der einzelnen Klassen und Stände.

Selbstverständlich dürfen die geisteskräftigen Mitarbeiter unserer Regierung, von denen ich spreche, nicht aus den Reihen der nicht Illuminierten entnommen werden, die durchaus gewohnt sind, ihre amtlichen Pflichten auszuüben, ohne daran zu denken, was damit erreicht werden soll, ohne zu überlegen, weshalb sie notwendig sind. Nicht illuminierte Beamte unterzeichnen häufig Schriftstücke, ohne sie überhaupt zu lesen. Sie dienen dem Staat teils aus Ehrgeiz, teils aus Eigennutz, aber ohne eigentliches Ziel.

Wir werden unsere Leitung mit unzähligen Volkswirten umgeben. Der volkswirtschaftliche Unterricht ist nämlich der wichtigste Gegenstand bei der Ausbildung zum Illuminaten. Wir ziehen uns eine gewaltige Menge von Bankleuten, Fabrikherren, Geldmännern und, was die Hauptsache ist, von Millionären heran; denn in der Wirklichkeit wird doch alles durch die Zahl der Figuren entschieden.

Solange es noch gefährlich erscheint, verantwortliche Staatsstellen unseren illuminierten Brüdern zu übergeben, werden wir sie nur solchen Persönlichkeiten anvertrauen, deren Vergangenheit und Charakter für sie bürgt. Hierzu gehört, daß zwischen ihnen und dem Volk ein Abgrund klafft. Wir dürfen diese Stellen nur solchen Persönlichkeiten anvertrauen, die das Todesurteil oder die Verbannung gewärtigen müssen, falls sie unseren Weisungen nicht gehorchen. Sie müssen bereit und gewillt sein, unsere Interessen bis zum letzten Atemzug zu vertreten.

Sie müssen bei der Anwendung unserer Grundsätze die Eigenart des Volkes berücksichtigen, in dessen Gebiet Sie sich aufhalten und wirken werden. Die gleichmäßige Anwendung unserer Grundsätze kann keinen Erfolg bringen, solange ein Volk nicht auf unsere Weise erzogen ist. Wenn Sie aber vorsichtig zu Werke gehen, werden Sie sehen, daß schon ein Jahrzehnt genügt, um selbst den festesten Charakter zu verändern. Dann können wir ein neues Volk unter diejenigen Völker einreihen, die sich uns schon unterworfen haben.

Pflicht der Gleichheit

Sobald wir zur Herrschaft gelangen, werden wir das alte freisinnige Feldgeschrei: »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!« das im Grunde genommen von unseren Logen in die Welt gesetzt wurde, durch Gruppen von Wörtern ersetzen, die nur Gedanken ausdrücken. Wir werden sagen: »Recht auf Freiheit, Pflicht der Gleichheit, Vorbild der Brüderlichkeit!« und damit werden wir den Bock bei den Hörnern packen.

In der Tat haben wir außer unserer eigenen schon jede Herrschergewalt beseitigt, obgleich rechtlich noch viel davon vorhanden ist. Wenn heute irgendein Staat gegen uns Einspruch erhebt, so geschieht es nur der Form halber, sogar mit unserem Wissen und Wollen. Wir brauchen ihren Antisemitismus, um unsere Brüder aus den unteren Schichten zusammenzuhalten. Ich will dies nicht näher ausführen, da wir über diesen Gegenstand schon wiederholt gesprochen haben.

Tatsächlich gibt es für uns keine Hindernisse. Wir üben unsere Oberherrschaft in jener ganz außergesetzlichen Form aus, die man mit dem Wort Gewaltherrschaft (Diktatur) zu bezeichnen pflegt. Ich kann es mit voller Überzeugung sagen, daß wir zur Zeit die Gesetzgeber sind; wir sprechen Recht und üben die vollziehende Gewalt aus, wir strafen und begnadigen, wir sitzen als Führer aller unserer Heere hoch zu Roß. Uns leitet ein fester Wille, da wir die Erbschaft einer einst mächtigen Partei angetreten haben, die jetzt ganz von uns abhängt. Wir verfügen über einen unbändigen Ehrgeiz, brennende Habgier, schonungslose Rachsucht und unerbittlichen Haß.

Von uns geht das Schreckgespenst, der umfassende Terror aus. In unserem Dienste stehen Leuter aller Anschauungen und Richtungen: Männer, die eine königliche Regierung wieder einführen wollen, Volksverführer (Demagogen), Sozialisten, Kommunisten und allerlei Wolkenkuckucksheimer (Utopisten). Wir haben sie alle für uns in das Joch gespannt. Jeder von ihnen untergräbt an seiner Stelle die letzten Stützen der Staatsgewalt und sucht die bestehende Rechtsordnung umzustoßen. Durch solche Maßnahmen werden alle Regierungen gepeinigt.

Jeder sehnt sich nach Ruhe und ist bereit, um des lieben Friedens willen alles zu opfern. Wir aber lassen sie nicht zur Ruhe kommen, bis sie unsere Welt-Oberherrschaft offen und bedingungslos anerkannt haben. Das Volk stöhnt und verlangt nach einer Lösung der gesellschaftlichen (sozialen) Frage im Wege einer allgemeinen zwischenstaatlichen Verständigung. Da aber alle Völker in Parteien zerspalten sind und der Parteikampf große Mittel erfordert, so hängen alle Parteien und Völker von uns ab; denn das Geld haben wir allein.

Erziehung auf falschen Grundsätzen und Lehren

Wir könnten befürchten, daß außerhalb der Insider die sehenden Kräfte der Herrschenden sich mit den blinden Kräften der Völker vereinigen. Allein wir haben alle Vorsichtsmaßregeln getroffen, um solche Möglichkeiten zu verhindern. Zwischen beiden Kräften haben wir eine Mauer in Gestalt einer gegenseitigen Schreckensherrschaft errichtet. Auf diese Weise bleibt die blinde Masse des Volkes unsere Stütze. Wir und nur wir allein werden ihr als Führer dienen und sie schließlich ganz unseren Zielen zuführen.

Damit der Blinde seine Hand nicht unserer Leitung entzieht, müssen wir von Zeit zu Zeit in engste Gemeinschaft mit dem Volk treten. Läßt sich das persönlich nicht bewerkstelligen, so muß es durch unsere zuverlässigen Brüder geschehen. Sind wir als Macht erst anerkannt, so werden wir persönlich mit dem Volk auf den Straßen und Plätzen reden und es lehren, sich in staatsrechtlichen Fragen diejenige Auffassung zu eigen zu machen, die wir gerade brauchen.

Niemand kann nachprüfen, was dem Volk in den Dorfschulen gelehrt wird. Was aber der Beauftragte der Regierung oder Herrscher selbst dem Volk sagt, das geht wie ein Lauffeuer über das ganze Land, denn es wird schnell durch die Stimme des Volkes in alle Winde getragen.

Um die Einrichtungen der nicht Illuminierten nicht vorzeitig zu zerstören, gingen wir mit größter Umsicht zu Werke und ergriffen zunächst nur die Enden der Triebfedern, durch die alles in Gang gehalten wird. Diese Triebkräfte waren früher streng, aber gerecht verteilt, wir aber ersetzten sie durch die freisinnige Willkür. Auf diese Weise untergruben wir die Rechtsprechung, die Wahlordnung, die Presse, die Freiheit der Person und vor allem die Erziehung und Bildung des Volkes als Eckpfeiler jeder wirklichen Freiheit.

Wir haben die nicht illuminierte Jugend verdummt, verführt und verdorben. Dieses Ziel wurde von uns dadurch erreicht, daß wir ihre Erziehung auf falschen Grundsätzen und Lehren aufbauten, deren Lügenhaftigkeit uns sehr wohl bekannt war, die wir aber anwenden ließen.

Wir haben zwar die bestehenden Gesetze nicht plötzlich geändert, haben aber ihren Sinn durch widerspruchsvolle Deutungen vollkommen entstellt. Auf diesem Weg erzielten wir über Erwarten große Erfolge. Zunächst wurden die Gesetze durch viele Deutungen verdunkelt und dann allmählich in ihr Gegenteil verwandelt. Die Staatsleitung verlor jede Übersicht und konnte sich schließlich selbst in der äußerst verworrenen und widerspruchsvollen Gesetzgebung nicht mehr zurecht finden. Daraus entwickelte sich die Theorie einer Rechtsprechung nach bestem Gewissen statt nach dem Gesetzbuch.

Sie können einwenden, daß die, die nicht zum Kreis der Illuminaten oder Insider gehören, mit der Waffe in der Hand über uns herfallen werden, sobald sie vor der Zeit entdecken, wie alles zusammen hängt. Für diesen Fall haben wir ein letztes, furchtbares Mittel in der Hand, vor dem selbst die tapfersten Herzen erzittern sollen. Bald werden alle Hauptstädte der Welt von Untergrundbahnen durchzogen sein. Von ihren Stollen aus werden wir im Falle der Gefahr für uns die ganzen Hauptstädte mit allen Einrichtungen und Urkunden in die Luft sprengen.

Sie werden uns auf Händen tragen

Ich bitte Sie, sich daran zu erinnern, daß sich die Regierungen und Völker in der Staatskunst mit dem Schein begnügen. Wie sollten sie auch den wahren Stand der Dinge erkennen, da ihren Vertretern doch das Vergnügen über alles geht?

Für uns ist die Kenntnis dieses Umstandes von der allergrößten Bedeutung. Sie wird uns zustatten kommen bei den Verhandlungen über die Verteilung der Staatsgewalt, die Freiheit des Wortes, der Presse und des Glaubens, das Recht des Zusammenschlusses, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Unverletzlichkeit des Eigentums und der Wohnung, die indirekte Besteuerung und die rückwirkende Kraft der Gesetze. Über alle diese Fragen darf man mit dem Volk niemals offen und rückhaltlos sprechen.

Ist es unumgänglich notwendig, sie zu berühren, so dürfen wir uns nicht auf Einzelheiten einlassen, sondern nur in allgemeinen Redensarten die Grundsätze einer neuzeitigen (modernen) Gesetzgebung anerkennen. Die Bedeutung dieser Zurückhaltung liegt auf der Hand: Solange wir uns nicht offen fest gelegt haben, bleibt uns immer die Möglichkeit, den einen oder anderen Punkt auszuschließen; sind die Volksrechte aber erst einmal aufgezählt, dann scheinen sie auch schon bewilligt zu sein.

Das Volk liebt und verehrt die Hochgeister unter den Staatsmännern; es beurteilt ihre Vergewaltigungen in folgender Weise: »Das war niederträchtig, aber sehr geschickt! Ein Gaunerstreich aber großartig ausgeführt! Mit welcher Frechheit!«

Wir rechnen darauf, alle Völker für die Errichtung eines völlig neuen Staatsgebäudes zu gewinnen, das uns schon lange vorschwebt. Deshalb müssen wir vor allem dafür sorgen, daß unsere Führer Persönlichkeiten sind, die mit einer beispiellosen Kühnheit und Geisteskraft auf ihr Ziel losgehen. Dann werden wir auf unserem Weg jeden Widerstand brechen.

Wenn wir die von uns geplante Staatsumwälzung vollzogen haben, werden wir den Völkern sagen: »Es ist alles schrecklich schlecht gegangen, Ihr alle seid vor Leid und Gram erschöpft.

Seht, wir beseitigen die Ursachen eurer Leiden: die völkische Abgeschlossenheit, die Landesgrenzen, die Verschiedenartigkeit der Währungen. Natürlich könnt Ihr über uns richten, aber kann Euer Urteil gerecht sein, wenn Ihr es fällt, ehe Ihr das erprobt habt, was wir Euch geben wollen?«

Dann werden sie uns zujubeln und uns in heller Begeisterung auf den Händen tragen. Die Form der Abstimmung, mit deren Hilfe wir zur Herrschaft gelangt sind, und an welche wir die am niedrigsten stehenden Mitglieder der Menschheit gewöhnt haben, weil wir Versammlungen veranstalteten und Vereinbarungen treffen ließen, wird ihren letzten Dienst leisten; sie wird zum letzten Mal in Erscheinung treten und dabei den einstimmigen Wunsch zum Ausdruck bringen, mit uns in nähere Berührung zu treten, ehe ein Urteil über uns abgegeben wird.

Unsere Pläne müssen stark und zweckmäßig sein

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir vorher das allgemeine Wahlrecht ohne Unterschied von Stand und Vermögen einführen, um die Alleinherrschaft (Absolutismus) der Mehrheit zu schaffen, die wir von den gebildeten Schichten der Gesellschaft allein niemals erhalten würden.

Nachdem wir so alle an den Gedanken der Selbstbestimmung gewöhnt haben, werden wir die Bedeutung der Familie und ihre erzieherischen Werte vernichten. Wir werden es zu verhindern wissen,, daß hochbegabte Persönlichkeiten erstehen, denen die von uns geleiteten Massen den Aufstieg, ja sogar die Aussprache nicht gestatten wird. Ist sie doch gewöhnt, nur uns zu folgen, da wir ihren Gehorsam und ihre Aufmerksamkeit gut bezahlen.

Auf diese Weise werden wir uns eine blindgefügige Macht schaffen, die gar nicht imstande sein wird, etwas gegen den Willen unserer Vertreter zu unternehmen, denen wir die Leitung der Massen anvertraut haben. Das Volk wird sich ihrer Herrschaft willig unterwerfen; denn es wird wissen, daß von ihnen Arbeit, Zuwendungen aller Art und jegliche Vorteile abhängig sind.

Der Plan unserer Leitung muß fertig aus einem Kopf hervorgehen; denn er kann niemals feste Gestalt annehmen, wenn unzählige Köpfe daran arbeiten wollen. Deshalb ist es uns wohl erlaubt zu wissen, was ausgeführt werden soll, wir dürfen die Vorschriften aber niemals einer Beurteilung unterziehen. Sonst könnten wir die einzig dastehende Größe des Gesamtplanes, den Zusammenhang seiner einzelnen Teile, die Wirkung eines jeden Punktes, dessen geheimer Sinn verborgen bleibt, zerstören.

Unterwerfen wir ein derartiges Werk der Beurteilung und Abstimmung zahlreicher Gesinnungsgenossen, so wird es unvermeidlich die Spuren zahlreicher Mißverständnisse in sich tragen; denn nicht jeder ist imstande, den tieferen Sinn und Zusammenhang des Ganzen zu ergründen. Unsere Pläne müssen stark und zweckmäßig erdacht sein. Darum dürfen wir die geistesstarke Arbeit unseres Leiters nicht vor die Säue werfen und auch im engeren Kreis nicht bekritteln lassen.

Wir warten auf den letzten Todeskampf

Diese Pläne werden die bestehenden Einrichtungen vorläufig nicht umstürzen. Sie werden nur ihre wirtschaftliche Grundlage und, im Zusammenhang damit, den ganzen Plan ihrer Entwicklung ändern, die auf diese Weise schließlich den in unseren Plänen vorgesehenen Weg einschlagen wird.

In allen Staaten gibt es unter den verschiedensten Bezeichnungen annähernd die gleichen Einrichtungen: Volksvertretung, Ministerien, Staatsrat, Höchster Gerichtshof, gesetzgebende und vollziehende Körperschaften. Ich brauche Ihnen die Beziehungen dieser Staatseinrichtungen zueinander nicht zu erläutern. Das alles ist Ihnen gut bekannt.

Ich bitte Sie nur, daran festzuhalten, daß jede dieser Staatseinrichtungen irgendeine wichtige Aufgabe im Staatsleben erfüllen muß. Das Wort »wichtig« beziehe ich dabei nicht auf das Amt, sondern auf die Aufgabe; folglich sind nicht die Ämter wichtig, sondern die Aufgaben, die sie zu erfüllen haben. Die Ämter haben unter sich alle wichtigen Zweige des Staatslebens verteilt: die Verwaltung, die Gesetzgebung und die vollziehende Gewalt. Sie üben darum im Staatskörper dieselbe Wirkung aus, wie die Glieder im menschlichen Körper. Sobald wir ein wichtiges Glied der Staatsmaschine beschädigt haben, wird der Staat wie ein menschlicher Körper erkranken und sterben.

Nachdem wir dem Staatskörper das Gift des Freisinnes eingeflößt haben, hat sich sein ganzer staatsrechtlicher Zusammenhang verändert. Heute sind alle Staaten von einer tödlichen Krankheit, der Zersetzung des Blutes, befallen. Wir brauchen nur noch auf den letzten Todeskampf zu warten.

Der Freisinn ersetzte die Selbstregierungen. in welchen die Nicht-Illuminierten ihr Ziel erblickt hatten, durch Verfassungs-Staaten. Jede Verfassung ist, wie Sie wohl wissen, die hohe Schule für Haß, Streit und unfruchtbaren Parteihader, der die Kraft des Staates lähmt und seine Lebensäußerungen jeden Persönlichkeitswertes entkleidet. Die Rednerbühne hat ebenso wie die Presse die Herrscher zur Taten- und Machtlosigkeit verurteilt und sie dadurch unnütz und überflüssig gemacht. Deswegen wurden sie schon in vielen Ländern gestürzt.

Seitdem begann das Zeitalter der Volksherrschaft, in welchem wir die angestammten Könige durch Strohpuppen ersetzen, die wir aus der Masse des Volkes unter den uns sklavisch ergebenen Günstlingen als »Präsidenten« aussuchten. Das war der Sprengkörper, den wir unter die Grundmauern nicht nur eines, sondern – glauben Sie mir – aller noch nicht-illuminierten Völker gelegt haben.

Strohpuppen als Politiker

Bald werden wir den Grundsatz einführen, daß die Präsidenten für ihre Handlungen verantwortlich sind. Dann brauchen wir uns in der Durchführung unserer Maßnahmen keinerlei Schranken mehr aufzuerlegen, da die Verantwortung ganz auf unsere Strohpuppen fallen wird. Uns kann es ja nur recht sein, daß sich dadurch die Reihen derer lichten werden, die nach Macht streben. Es ist sogar vorauszusehen, daß es vielfach unmöglich sein wird, geeignete Persönlichkeiten für den Präsidentenposten zu finden. Daraus können Unruhen entstehen, die die Staaten endgültig zerrütten werden.

Um dieses von uns gewünschte Ergebnis zu erreichen, werden wir für die Wahl solcher Präsidenten sorgen, deren Vergangenheit irgendeinen dunklen Punkt, irgendein „Panama“ aufweist. Dann werden sie getreue Vollstrecker unserer Weisungen. Einerseits müssen sie
stets fürchten, dass wir mit Enthüllungen kommen, die sie unmöglich machen; andererseits
werden sie, wie jeder Mensch, das begreifliche Bestreben haben, sich in der einmal
erlangten Machtstellung zu behaupten und die einem Präsidenten zustehenden Vorrechte
und Ehren möglichst lange zu geniessen.

Das Abgeordnetenhaus wird ihn wählen, decken und verteidigen, doch wir werden der
Kammer das Recht nehmen, Gesetze vorzuschlagen oder abzuändern. Dieses Recht
werden wir vielmehr dem verantwortlichen Präsidenten übertragen, der eine Strohpuppe in
unseren Händen ist. Damit wird die Macht des Präsidenten allerdings zur Zielscheibe
unzähliger Angriffe werden. Wir aber wollen ihm als Mittel der Selbstverteidigung das Recht
verleihen, das Abgeordnetenhaus aufzulösen und in der Form von Neuwahlen eine
abermalige Entscheidung des Volkes anzurufen, desselben Volkes, dessen Mehrheit
blindlings unserer Weisungen folgt!

Unabhängig davon werden wir dem Präsidenten das Recht verleihen, den Kriegszustand
zu verhängen. Wir werden dieses Recht damit begründen, dass der Präsident als Haupt der
gesamten Wehrmacht des Landes jederzeit in der Lage sein muss, über dieselbe zu
verfügen, da er als verantwortlicher Vertreter des Staates die Pflicht habe, die neue
Verfassung vor Angriffen zu schützen und die junge Freiheit des Volksstaates zu verteidigen.

Es ist ohne weiteres klar, dass der Schlüssel zum Heiligtum unter solchen Umständen
sich in unseren Händen befinden und niemand ausser uns die Gesetzgebung leiten wird.

Mit der Einführung der neuen Verfassung des Volksstaates werden wir dem
Abgeordnetenhaus unter dem Vorwand der Wahrung des Staatsgeheimnisses das Recht
nehmen, Anfragen über staatsrechtliche Massnahmen der Regierung zu stellen. Ausserdem
werden wir die Zahl der Volksvertreter in der neuen Verfassung auf ein Mindestmass
beschränken. Damit erreichen wir gleichzeitig eine wesentliche Abkühlung der politischen
Leidenschaften und des Dranges zur Ausübung der Staatskunst. Sollte sich wieder Erwarten
bei der kleinen Minderheit Widerstand zeigen, so werden wir ihn durch einen Aufruf an das
Volk brechen.

Wir geben den Völkern keine Atempause

Dem Reichspräsidenten wird die Aufgabe zufallen, die Präsidenten des
Abgeordnetenhauses und des Senates sowie ihre Stellvertreter zu ernennen. Wir werden
Tagungen der Volksvertreter abschaffen und an ihrer Stelle soll dem Präsidenten als Träger
der vollziehenden Gewalt das Recht zustehen, die Volksvertretung einzuberufen oder
aufzulösen. Im Fall der Auflösung kann er den Beginn der neuen Tagung nach Belieben
hinaus schieben.

Um den Präsidenten davor zu schützen, dass er vor der Erfüllung unserer Pläne wegen
solcher im Grunde genommen ungesetzlichen Handlungsweise zur Rechenschaft gezogen
wird, lassen wir den Ministern und den anderen hohen Verwaltungsbeamten aus seiner
Umgebung den Rat geben, die Verfügungen des Präsidenten durch selbständige
Massnahmen zu umgehen, dafür aber auch selbst die Verantwortung zu tragen. Solche
Vollmachten empfehlen wir, besonders dem höchsten Gerichtshof, dem Staatsrat und dem
Ministerrat zu geben, aber nicht einzelnen Persönlichkeiten.

Der Präsident wird die bestehenden Gesetze, die eine verschiedene Deutung zulassen,
stets in unserem Sinn auslegen; er wird sie ausser Kraft setzen, wenn wir ihn auf die
Notwendigkeit solcher Massnahmen verweisen. Ausserdem wird er das Recht haben, neue
Gesetze von kurzer Dauer, ja selbst Änderungen der Verfassung vorzuschlagen. Zur
Begründung braucht er ja nur zu sagen, diese Massnahmen seien für das Wohl des Staates
erforderlich.

Auf solche Weise können wir allmählich, Schritt für Schritt, alles vernichten, was wir
ursprünglich, zu Beginn unserer Herrschaft, in die Verfassungen der Volksstaaten
aufnehmen mussten. Unmerklich werden die letzten Spuren jedes verfassungsmässigen
Rechts verschwinden, bis schliesslich die Zeit gekommen sein wird, in der wir offen jede
Regierungsgewalt im Namen unserer Selbstherrschaft an uns reissen.

Die Anerkennung unseres Weltherrschers kann schon vor der endgültigen Beseitigung
aller Verfassungen erfolgen. Der günstige Augenblick dafür wird dann gekommen sein, wenn
die von langen Unruhen geplagten Völker angesichts der von uns herbeigeführten Ohnmacht
ihrer Herrscher den Ruf ausstossen werden: „Beseitigt sie und gebt uns einen einzigen
Weltherrscher, der uns alle vereint und die Ursachen des ewigen Haders – die staatlichen
Grenzen, die Religion und die Staatsschulen – beseitigt, der uns endlich Frieden und Ruhe
bringt, die wir vergeblich von unseren Herrschern und Volksvertretungen erhofften.“

Sie wissen selbst genau, dass es einer langen und unermüdlichen Arbeit bedarf, um alle
Völker zu solchem Ausruf zu bewegen. Wir müssen ohne Unterlass in allen Ländern die
Beziehungen der Völker und Staaten zu einander vergiften; wir müssen alle Völker durch
Neid und Hass, durch Streit und Krieg, ja selbst durch Entbehrungen, Hunger und
Verbreitung von Seuchen derart zermürben, dass die nicht Illuminierten keinen anderen
Ausweg finden, als sich unserer Geldmacht und vollständigen Herrschaft zu unterwerfen.

Geben wir den Völkern eine Atempause, so dürfte der ersehnte Augenblick wohl niemals
eintreten.

Der Staatsrat wird die Macht des Herrschers unterstreichen; als sichtbaren Teil der
gesetzgebenden Gewalt fällt ihm die Aufgabe zu, den Wortlaut der Gesetze und
Verordnungen im einzelnen auszuarbeiten. Die Grundsätze der neuen Verfassung bestehen
also darin, dass wir die Gesetze schaffen und Recht sprechen.

Das wird geschehen durch Beschlüsse der gesetzgebenden Körperschaften, denen wir in
der Form von „Vorschlägen“ die nötigen Weisungen erteilen werden. Zweitens durch
allgemeine Erlasse des Präsidenten, Verfügungen des Senats und des Staatsrates, letztere
in Gestalt von Ministererlassen. Und drittens durch Auswahl des geeigneten Zeitpunktes für
einen Staatsstreich.

Wir sind stark und unverwundbar

Nachdem wir die Art unseres Vorgehens in grossen Zügen geschildert haben, wollen wir
noch auf einige Einzelheiten eingehen, die uns zu einem völligen Sieg verhelfen sollen.
Unter diesen Einzelheiten verstehe ich die Freiheit der Presse, das Recht des
Zusammenschlusses, die Gewissensfreiheit, das allgemeine gleiche Wahlrecht und vieles
anderes, was unmittelbar nach dem Staatsstreich aus der geistigen Rüstkammer der
Menschheit verschwinden oder doch von Grund aus umgestaltet werden muss.

Der Staatsstreich bietet uns die einzige Möglichkeit, mit einem Schlag die von uns
gewünschte Verfassung einzuführen. Jede spätere merkliche Veränderung birgt grosse
Gefahren in sich. Bringt sie neue Beschränkungen und wird sie mit grosser Strenge
durchgeführt, so kann sie die Menschen aus Furcht vor einer weiteren Verschlechterung
ihrer Lage zur Verzweiflung treiben, enthält sie dagegen Milderungen der bisherigen
Bestimmungen, so wird man sagen, dass wir unser Unrecht eingesehen hätten, und dann ist
das Vertrauen in unsere Unfehlbarkeit für immer verloren. Oder es wird heissen, dass wir
uns fürchten und darum Entgegenkommen zeigen müssten.

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Dankbar wird uns niemand dafür sein; denn jeder wird die Milderungen für unsere
selbstverständliche Pflicht halten. Jede Veränderung der neuen Verfassung kann uns also
nur schaden. Wir müssen sie vielmehr als ein in sich geschlossenes Ganzes den nicht
illuminierten Völkern in dem Augenblick aufzwingen, in dem sie von dem eben vollzogenen
Staatsstreich noch betäubt sind und ihre Kräfte noch nicht gesammelt haben. Sie müssen
erkennen: wir sind so stark, so unverwundbar, so mächtig, dass wir uns um sie nicht zu
kümmern brauchen, dass wir nicht nur ihre Wünsche nicht beachten werden, sondern bereit
und fähig sind, Gefühlsausbrüche in jedem Augenblick und an jedem Ort mit
unerschütterlicher Macht zu unterdrücken.

Sind diejenigen, die nicht zu den llluminaten gehören, erst zur Erkenntnis gelangt, dass
wir die ganze Macht an uns gerissen haben und es rundweg ablehnen, sie mit ihnen zu
teilen, so werden sie vor Schrecken die Augen schliessen und untätig der Dinge harren, die
da kommen sollen.

Das Ziel wird nur auf Umwegen erreicht

Die nicht illuminierten Menschen, die in keiner Weise zu der grossen Gruppe der Insider
gerechnet werden können, sind eine Hammelherde. Wir llluminaten aber sind die Wölfe.
Wissen Sie, was aus den Schafen wird, wenn die Wölfe in ihre Herde einbrechen? Sie
werden die Augen schliessen und schon deshalb stillhalten, weil wir Ihnen die Rückgabe
aller geraubten Freiheiten versprechen werden, wenn erst alle Friedensfeinde nieder
gerungen und alle Parteien überwältigt sind. Brauche ich Ihnen zu sagen, wie lange die nicht
zu uns Gehörigen auf die Wiedereinsetzung in ihre Rechte warten werden?

Wir haben uns eine Staatslehre erdacht und sie unermüdlich den Bürgern eingeflösst,
ohne ihnen Zeit zur Besinnung zu lassen. Das geschah, weil wir unser Ziel nur auf Umwegen
erreichen können, da der gerade Weg über die Kraft unserer zerstreuten Organisationen
geht. Zu diesem Zweck haben wir weltweit die Freimaurerlogen gegründet. Niemand kennt
sie und ihre Ziele, am allerwenigsten die Ochsen von Nicht-Illuminierten, die wir zur
Teilnahme an den offenen Freimaurerlogen bewogen haben, um ihnen Sand in die Augen zu
streuen.

Gott hat uns, seinen Erleuchteten, die Gnade verliehen, uns über die die ganze Welt zu
zerstreuen. In dieser scheinbaren Schwäche liegt unsere ganze Kraft, die uns schon an die
Schwelle der Weltherrschaft geführt hat. Der Grundstein ist schon gelegt, e gilt nur noch den
Bau zu vollenden.

Niemand darf unsere Unfehlbarkeit antasten

Das Wort „Freiheit“, das man auf verschiedene Weise deuten kann, legen wir uns so aus:
Freiheit ist das Recht, das zu tun, was das Gesetz erlaubt. Solche Auslegung des Begriffes
gibt die Freiheit vollständig in unsere Hand, weil die Gesetze nur das zerstören oder
aufrichten, was wir nach den oben entwickelten Richtlinien wünschen.

Mit der Presse werden wir in folgender Weise verfahren. Welche Rolle spielt jetzt die
Presse? Sie dient dazu, die Volksleidenschaften in dem von uns gewünschten Sinn zu
entflammen oder selbstsüchtige Parteizwecke zu fördern. Sie ist hohl, ungerecht und
verlogen. Wir werden ihr einen Zaum anlegen und die Zügel straff führen. Auf gleiche Weise
werden wir mit anderen Druckerzeugnissen verfahren; denn was kann es helfen, wenn wir
die Angriffe der Presse unterbinden, aber in Streitschriften und Lügen angepöbelt werden?

Wir werden die Versorgung der öffentlichen Meinung, die schon viel Geld kostet, durch
die Zensur zu einer Einnahme-Quelle für den Staat machen. Wir werden eine Zeitungs-
Stempelsteuer einführen und die Bürgschaftssummen bei der Gründung von Zeitungen und
Druckereien erheben, die unsere Regierung gegen alle Angriffe der Presse sichern müssen.
Erfolgen sie trotzdem, dann werden wir rücksichtslos Geldstrafen verhängen.

Solche Massnahmen wie Stempelsteuer, Bürgschaften und Geldstrafen werden der
Regierung grosse Einnahmen verschaffen. Parteiblätter mögen vielleicht keine Angst vor
Geldstrafen haben, bei einem zweiten Angriff werden wir sie aber verbieten. Niemand darf
ungestraft unsere Vollmacht-Stellung oder unsere Unfehlbarkeit antasten.

Als Vorwand für die Unterdrückung einer Zeitung oder Zeitschrift werden wir stets
behaupten, sie hätte die öffentliche Meinung ohne Grund aufgewiegelt. Ich bitte Sie übrigens

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zu beachten, dass Angriffe auf uns auch von solchen Zeitungen erfolgen werden, die wir
selbst gegründet haben. Solche Angriffe werden sich aber stets auf diejenigen Punkte
beschränken, die wir selbst zur Abänderung vorgemerkt haben.

Keine Nachricht wird ohne unsere Prüfung in die Öffentlichkeit gelangen. Dieses Ziel
erreichen wir teilweise schon jetzt dadurch, dass die Neuigkeiten aus aller Welt in wenigen
Nachrichtenämtern zusammenströmen, dort bearbeitet und erst dann den einzelnen
Schriftleitungen, Behörden und anderen übermittelt werden. Diese Nachrichtenämter sollen
allmählich ganz in unsere Hände übergehen und nur das veröffentlichen, was wir ihnen
vorschreiben.

Erziehung mit dem gedruckten Wort

Es ist uns schon jetzt gelungen, die Gedankenwelt der Nicht-Illuminierten in einer Weise
zu beherrschen, dass fast alle anderen Bürger, die keine Insider sind, die Weltereignisse
durch die bunten Gläser der Brillen ansehen, die wir ihnen aufgesetzt haben. Schon jetzt ist
kein Staat auf der ganzen Welt imstande, sich davor zu schützen, dass uns alles bekannt
wird, was die nicht illuminierten Menschen ein Staatsgeheimnis nennen. Kein Schloss, kein
Riegel ist stark genug, um uns den Zutritt zu verwehren, kein Geheimfach ist vor unseren
Nachforschungen sicher. Wie mag es erst werden, wenn unsere Herrschaft über die ganze
Welt in der Person eines Weltherrschers allgemein anerkannt sein wird?

Wir wollen nochmals auf die Zukunft der Presse zurückkommen. Jeder Verleger, Drucker
oder Buchhändler wird genötigt sein, einen besonderen Erlaubnisschein für die Ausübung
seines Berufes zu erwerben, den wir bei dem geringsten Verstoss gegen unsere Weisungen
sofort einziehen werden. Auf diese Weise wird das gedruckte Wort ein Erziehungsmittel in
der Hand der Insider sein, die es nicht mehr zulassen werden, dass das Volk sich in
fruchtlosen Träumen über die angeblichen Wohltaten des Fortschritts verliert.

Jeder von Ihnen weiss, dass mit den nebelhaften Versprechungen des Freisinnes der
Weg zu den unsinnigen Träumen gepflastert ist, die jede Zucht und Ordnung in den
Beziehungen der Menschen zueinander und zum Staat aufheben wollen. Der Fortschritt
oder, richtiger gesagt, die Gedanken des Fortschrittes führten zu den verschiedenen Formen
der Verselbständigung (Emanzipation), bei denen keine Grenzen gesteckt wurden. Alle
sogenannten Fortschrittler sind Umstürzler, wenn auch nicht immer in ihren Taten, so doch
mindestens ihren Anschauungen nach. Jeder von ihnen jagt irgendwelchen Trugbildern der
Freiheit nach und verfällt schliesslich in Willkür, das heisst in grundsätzliche Verneinung der
bestehenden Einrichtungen nur um der lieben Verneinung willen.

Wir kommen nochmals auf die Presse zurück. Die Zeitungen und überhaupt Drucksachen
aller Art werden wir – neben den Bürgschaftssummen – mit Stempelsteuern nach der Zahl
der Seiten belegen. Für Schriften unter 30 Seiten werden wir die Steuer verdoppeln und ein
besonderes Verzeichnis einführen. Damit hoffen wir schon die Zahl der Zeitschriften
einzuschränken, die von allen Drucksachen das schlimmste Gift verbreiten.

Die Schriftsteller werden ferner gezwungen sein, so umfangreiche Abhandlungen zu
schreiben, dass diese schon wegen der hohen Preise nur wenige Leser finden dürften.

Was wir aber selbst herausgeben werden, um die Menschen in der von uns gewünschten
Geistesrichtung zu erziehen, das wird so billig sein, dass es reissenden Absatz finden muss.
Die Steuer wird die Schreibwut der Leute besänftigen, während die Schriftsteller durch die
Strafen in Abhängigkeit von uns gebracht werden. Sollten trotzdem einige von ihnen gegen
uns schreiben wollen, so werden sie keinen Verleger für ihre Arbeiten finden; denn jeder
Verleger oder Drucker wird verpflichtet sein, vor der Annahme einer Arbeit die
Druckerlaubnis der von uns eingesetzten Behörde einzuholen. Auf diese Weise können wir
rechtzeitig die auf uns geplanten Angriffe erfahren und ihnen jede Stosskraft nehmen, indem
wir ihnen mit Veröffentlichungen über den gleichen Gegenstand zuvorkommen.

Zeitung für jede politische Richtung

Bücher und Zeitungen sind zwei der wichtigsten Erziehungsmittel. Aus diesem Grund wird
unsere Regierung das Eigentumsrecht der meisten Zeitungen und Zeitschriften erwerben.
Sie wird damit vor allem den schädlichen Einfluss der nichtamtlichen Presse ausschalten
und auf den Geist und die Stimmung des Volkes in nachhaltigster Weise einwirken. Auf je

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zehn Zeitungen oder Zeitschriften, die uns fernstehen, werden dreissig kommen, die wir
selbst gegründet haben. Das darf natürlich in der Öffentlichkeit nicht bekannt werden.
Unsere Zeitungen und Zeitschriften sollen daher äusserlich den verschiedensten Richtungen
angehören, um das Vertrauen der ahnungslosen Nicht-Illuminierten zu erwerben, sie alle in
die Falle zu locken, um sie unschädlich zu machen.

An erster Stelle werden die amtlichen Zeitschriften und Zeitungen stehen, denen die
Aufgabe zufallen wird, unsere Interessen in allen Fällen und zu jeder Zeit zu vertreten; ihr
Einfluss wird deshalb verhältnismässig klein sein.

An zweiter Stelle werden die halbamtlichen Blätter kommen, die die Gleichgültigen und
Lauen für uns gewinnen sollen.

An die dritte Stelle werden wir unsere scheinbare Gegnerschaft setzen, die mindestens
ein Blatt unterhalten muss, das äusserlich in schärfsten Gegensatz zu uns treten wird.
Unsere wirklichen Gegner werden diesen scheinbaren Widerspruch für echt halten; sie
werden in den Leuten, von denen er ausgeht, ihre Gesinnungsgenossen sehen und uns ihre
Karten aufdecken.

Wir werden Zeitungen der verschiedensten Richtungen herausgeben: aristokratische,
republikanische, ja selbst anarchistische unterstützen, natürlich nur so lange die Verfassung
besteht. Sie werden, wie der indische Götze Witschnu, hundert Hände haben, von denen
jede den Pulsschlag irgendeiner Geistesrichtung fühlen wird. Sobald ein Pulsschlag
schneller geht, werden die unsichtbaren Hände die Anhänger dieser Richtung auf unsere
Ziele hinlenken; denn nichts ist leichter zu beeinflussen als der aufgeregte Mensch, der nicht
mehr richtig überlegt.

Jene Dummköpfe, die die Meinung ihres Parteiblattes zu vertreten glauben, werden in
Wirklichkeit unsere Meinung nachsprechen oder doch wenigstens diejenige Meinung, die
uns gerade passt. Sie bilden sich ein, die Richtlinien ihrer Partei zu verfolgen und merken
nicht, dass sie hinter Flagge marschieren, die wir vor ihnen flattern lassen.

Enger Zusammenschluss mit dem Freimaurertum

Um unser Zeitungsheer in diesem Sinne zu leiten, müssen wir diesem Unternehmen
besondere Sorgfalt widmen. Unter dem Namen „Hauptpresseverband“ werden wir
zahlreiche, meist von uns begründete Schriftstellervereine zusammenfassen, in denen
unsere Leute unmerklich die Losung ausgeben werden. In der Beurteilung unserer
Bestrebungen werden unsere Blätter immer oberflächlich sein, den Dingen niemals auf den
Grund gehen; sie werden mit den amtlichen Blättern einen blossen Wortkampf führen, um
uns zu näheren Ausführungen zu veranlassen, deren sofortige Mitteilung in der ersten
amtlichen Bekanntmachung unzweckmässig erschien. Natürlich soll das nur dann
geschehen, wenn es für uns vorteilhaft sein wird.

Die scheinbaren Angriffe auf uns verfolgen noch den Nebenzweck, dem Volk glaubhaft zu
machen, dass es die volle Redefreiheit besitzt. Werden wir dann in der uns feindlichen
Presse wegen der Unterdrückung des freien Wortes wirklich angegriffen, so haben unsere
Vertrauensleute leichtes Spiel. Sie werden sagen, dass diese Blätter unsinnige
Behauptungen aufstellen, weil es ihnen an sachlichen Gründen gegen uns und unsere
Massnahmen fehlt.

Da die wirklichen Vorgänge nicht in die Öffentlichkeit dringen, so werden wir durch
solches Verhalten das Vertrauen des Volkes gewinnen. Gestützt auf dieses Vertrauen
werden wir die öffentliche Meinung in allen staatsrechtlichen Fragen je nach Bedarf erregen
oder beruhigen, überzeugen oder verwirren. Wir wollen bald die Wahrheit, bald die Lüge,
bald Tatsachen, bald Berichtigungen abdrucken, je nachdem, wie die Nachricht
aufgenommen wird. Es gehört zu unseren Grundsätzen, den Boden stets vorsichtig
abzutasten, bevor wir unseren Fuss auf ihn setzen. Infolge dieser Massnahmen gegen die
Presse werden wir unsere Feinde sicher besiegen, da ihnen keine Blätter zur Verfügung
stehen, in denen sie ihre Meinung voll zum Ausdruck bringen können. Wir werden sogar der
Mühe enthoben sein, sie endgültig zu widerlegen.

Unsere tastenden Vorstösse in den an dritter Stelle stehenden Zeitungen (scheinbare
Gegnerschaft) werden wir in den Amtsblättern nötigenfalls kräftig zurückweisen.

Die Quelle ist stets unsere Wühlarbeit

Schon jetzt besteht etwa in der Art der französischen Tagesschriftstellerei ein enger
Zusammenschluss des Freimaurertums.

Er gipfelt in der Losung: Alle Glieder der Presse sind gegenseitig zur Wahrung des
Berufsgeheimnisses verpflichtet. Wie bei den alten Wahrsagern darf auch hier kein Glied das
Geheimnis seines Berufes preisgeben, bevor ein allgemeiner Beschluss zu Veröffentlichung
vorliegt.

Kein Tagesschriftsteller wird es wagen, gegen diese Bestimmung zu Verstössen, da nur
solche Personen zum Beruf zugelassen werden, deren Vergangenheit irgendeinen dunklen
Punkt aufweist. Dieses Schandmal würde vor aller Öffentlichkeit enthüllt werden, sobald ein
Verstoss gegen das Berufsgeheimnis vorliegt. So lange das Schandmal nur wenigen
Beteiligten bekannt ist, hat der glänzende Ruf des Schriftstellers die Mehrheit des Landes
hinter sich, die ihm begeistert folgt.

Wir rechnen besonders stark auf die Hilfe der Provinzen. Hier müssen wir Hoffnungen und
Bestrebungen erwecken, die wir stets gegen die Hauptstadt anwenden können, indem wir
sie als Hoffnungen und Wünsche der Provinzen auf Unabhängigkeit ausgeben. Es ist klar,
dass die Quelle immer die gleiche ist, nämlich unsere Wühlarbeit.

So lange wir die nötige Machtfülle noch nicht erlangt haben, brauchen wir manchmal
einen Zustand, bei dem die Hauptstädte sich von der von unseren Vertretern aufgehetzten
Volksmeinung in den Provinzen umbrandet sehen. Ist der entscheidende Augenblick
bekommen, so dürfen die Hauptstädte schon deshalb nicht zur Erörterung der vollzogenen
Tatsachen gelangen, weil sie von der Mehrheit in den Provinzen gut geheissen wurden.

In dem Zeitabschnitt der neuen Herrschaft, der unserer Krönung vorangeht, werden wir
verhindern müssen, dass die Presse die Ehrlosigkeit im öffentlichen Dienst brandmarkt. Es
soll vielmehr der Glaube erweckt werden, die neue Herrschaft hätte alle derart befriedigt,
dass keine Veranlassung zu neuen Verbrechen vorläge. Wo Verbrechen hervortreten, da
sollen sie nur den Opfern und zufälligen Zeugen bekannt werden, sonst aber niemandem.

Die ewige Sucht nach Neuem

Die Sorge um das täglich Brot zwingt alle Nicht-Illuminierten, zu schweigen und unsere
gehorsamen Diener zu sein. Aus ihrer Zahl suchen wir uns für unsere Presse die geeigneten
Leute aus. Ihre Aufgabe besteht darin, alles das nach unseren Weisungen zu erörtern, was
wir in den amtlichen Blättern nicht unmittelbar bringen können. Ist die Streitfrage erst
aufgerollt, so können wir die von uns gewünschten Massnahmen ruhig durchführen und dem
Volk das fertige Tatsachen vorsetzen. Niemand wird es wagen, eine Aufhebung oder
Abänderung dieser Massnahmen zu verlangen, da sie als eine Verbesserung des bisherigen
Zustandes dargestellt werden. Die Presse wird die öffentliche Meinung schnell auf neue
Fragen ablenken. Haben wir Insider die Menschen doch gelehrt, sich in der ewigen Sucht
nach etwas Neuem zu erschöpfen!

Auf diese Erörterung dieser neuen Fragen werden sich die hirnlosen Leiter der
Völkergeschicke stürzen. Sie können noch immer nicht begreifen, dass sie keine Ahnung
von den Dingen haben, die sie entscheiden müssen. Die Fragen der Staatskunst sind nur
denjenigen verständlich, die sie schon seit vielen Jahrhunderten veranlasst oder überwacht
haben.

Aus allem Gesagten werden Sie ersehen, dass wir nach dem Vertrauen des Volkes nur
haschen, um unsere Staatsmaschine leichter in Gang zu bringen. Es kann Ihnen nicht
entgangen sein, dass wir nur dann die Zustimmung der öffentlichen Meinung suchen, wenn
es sich um blosse Worte handelt, um Fragen, die wir selbst in die Welt gesetzt haben.
Tatsächlich tun wir aber, was wir wollen. Selbstverständlich verkünden wir stets, dass wir
uns bei allen unseren Massnahmen von der Hoffnung und Überzeugung leiten Hessen, dem
Allgemeinwohl nach Kräften zu dienen.

Um die allzu unruhigen Leute von der Erörterung der Fragen über die Staatskunst
abzulenken, rücken wir gleichsam neue Fragen der Staatskunst in den Vordergrund: die
Fragen der Industrie. Mögen sie sich auf diesem Arbeitsgebiet austoben. Die Massen
willigen ein, untätig zu bleiben, von einer „politischen“ Tätigkeit auszuruhen – zu der wir sie
erzogen hatten, um mit ihrer Hilfe die noch nicht illuminierten Regierungen zu bekämpfen -,

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nur unter der Bedingung einer neuen Beschäftigung, in der wir ihnen gleichsam die halbe
politische Richtung weisen.

Damit die Massen nicht selbst den Dingen auf die Spur kommen, lenken wir sie noch
durch allerhand Vergnügungen, Spiele, Leidenschaften und Volkshäuser ab. Bald werden in
unserer Presse Preisausschreiben auf den verschiedensten Gebieten der Kunst und der
Kraftspiele, des Sports, erscheinen. Solche Fülle von Zerstreuungen wird die Gedanken der
Masse endgültig von den Fragen ablenken, für deren Verwirklichung wir sonst hart mit ihr
kämpfen müssten. Haben die Menschen allmählich immer mehr die Fähigkeit zum
selbständigen Denken verloren, so werden sie uns alles nachsprechen. Wir werden dann
allein neue Gedankenrichtungen hervorbringen, natürlich nur durch solche Persönlichkeiten,
die nicht im Verdacht einer Verbindung mit uns stehen.

Sobald unsere Herrschaft anerkannt ist, wird die Rolle der freisinnigen Schwärmer
endgültig vorbei sein. Bis dahin werden sie uns die besten Dienste leisten. Deshalb wollen
wir auch fernerhin die Gedanken der Masse auf allerhand Ereignisse abenteuerlicher Lehren
lenken, die neu und scheinbar auch fortschrittlich sind. Haben wir doch durch den Fortschritt
mit vollem Erfolg die hirnlosen Köpfe nicht-illuminierter Menschen verdreht. Es gibt unter
ihnen keinen Verstand, der es zu fassen vermöchte, dass dieses Wort in allen Fällen die
Wahrheit verdunkelt, wo es sich nicht um wirtschaftliche Erfindungen handelt; denn es gibt
nur eine Wahrheit, die keinen Raum für Fortschritt lässt.

Wie jeder falsche Gedanke, so dient auch der Fortschritt nur zur Verdunklung der
Wahrheit, damit sie von niemandem ausser uns, den Erleuchteten, den Hütern der Wahrheit,
erkannt werde.

Unsere Erfolge beruhen auf unserer Lehre

Wenn wir die Macht ganz in Händen haben, werden unsere Redner von den grossen
Fragen der Menschheit sprechen, die die Welt in Aufruhr gebracht haben, bis sie schliesslich
unter unsere wohltätige Leitung kam.

Wer wird auf den Verdacht kommen, dass alle diese Fragen von uns nach einem
politischen Plan angeregt wurden, hinter den nach so vielen Jahrhunderten noch kein nicht
Eingeweihter gekommen ist?

Sobald wir die Weltherrschaft erlangt haben, werden wir keinen anderen Glauben dulden,
als allein unseren Glauben an den einzigen Gott, mit dem wir verbunden sind als
Eingeweihte und Erleuchtete, und durch den unser Schicksal mit dem Schicksal der ganzen
Welt verwoben ist. Aus diesem Grund müssen wir jeden anderen Gottesglauben zerstören.
Sollte dadurch die Zahl der Gottlosen vorübergehend zunehmen, so kann das unsere
Absichten nicht stören, soll vielmehr als warnendes Beispiel für die Menschen dienen, die
unsere Lehre hören wollen, deren starker und tief durchdachter Aufbau vielleicht zur
Unterwerfung aller Völker unter unsere Herrschaft führen wird.

Wir werden unseren Erfolg auf die geheimnisvolle Kraft unserer Lehre zurückführen, von
der, wie wir sagen werden, alle erzieherischen Wirkungen auf die Menschheit ausgehen.

Wir werden bei jeder Gelegenheit Aufsätze veröffentlichen, in denen wir Vergleiche
zwischen den Segnungen unserer Herrschaft und den Missständen der Vergangenheit
aufstellen. Die Wohltaten des Friedens werden, wenn sie auch durch Jahrhunderte voll
Unruhen erkämpft wurden, einen Beweis für den segensreichen Geist unserer
Gesetzgebung liefern.

Wir wollen dabei alle Fehler der nicht-illuminierten Regierungen in den grellsten Farben
malen und solche Abneigung gegen sie erzeugen, dass die Völker tausendmal lieber die
Leibeigenschaft ertragen, die ihnen Ruhe und Ordnung verbürgt, als länger die viel gerühmte
Freiheit geniessen, die sie unendlich gequält und die Quellen des menschlichen Daseins
erschöpft hat, weil sie von einer Schar von Glücksrittern ausgebeutet wurden, die nicht
wussten, was sie damit begingen.

Unsere Geheimnisse werden wir nicht enthüllen

Die zwecklosen Staatsumwälzungen, zu denen wir alle ausser uns llluminaten veranlasst
haben, um die Grundlagen ihres staatlichen Lebens zu unterwühlen, werden bis dahin allen
Völkern derart zuwider sein, dass sie von uns jede Knechtschaft erdulden werden, um nur
nicht von Neuem in die Greuel des Krieges und des Aufruhrs zu geraten. Dann werden wir
llluminaten besonders die geschichtlichen Fehler der anderen Regierungen unterstreichen.
Wir werden darauf hinweisen, dass sie die Völker Jahrhunderte lang gequält haben, weil
ihnen jedes Verständnis dafür abging, was den Menschen frommt und ihrem wahren Wohl
dient. Sie haben allerhand abenteuerlichen Plänen einer ausgleichenden gesellschaftlichen
Gerechtigkeit nachgejagt und dabei vollkommen übersehen, dass die Beziehungen der
einzelnen Gesellschaftsschichten zueinander dadurch nicht besser, sondern schlechter
wurden. Die ganze Kraft unserer Grundsätze und Massnahmen wird dadurch zur Geltung
gelangen, dass wir sie als scharfen Gegensatz zu den verfaulten alten
Gesellschaftsordnungen hinstellen.

Unser Denken wird alle Fehler und Unzulänglichkeiten des nicht erleuchteten
Glaubensbekenntnisses aufdecken, aber niemand kann unsere Religion nach ihren wahren
Grundzügen beurteilen, weil er sie nicht genügend kennenlernt. Unsere Leute dagegen, die
in ihre Tiefen eingedrungen sind, werden sich schwer hüten, ihre Geheimnisse zu enthüllen.

In den „fortgeschrittenen“ Ländern haben wir ein geistloses, schmutziges und
widerwärtiges Schrifttum geschaffen. Wir werden diese Richtung noch einige Zeit nach der
Erlangung der Weltherrschaft begünstigen. Um so schärfer wird dann der Gegensatz unserer
erhabenen staatsrechtlichen Pläne und Reden hervortreten. Unsere weisen Männer, die wir
zur Leitung der Nicht-Illuminierten herangebildet haben, werden Reden und Flugschriften
verbreiten, durch die sie die Geister auf die Wissenschaft und Gedanken hinlenken, die wir
für sie vorgesehen haben.

Es wird noch viel Zeit, vielleicht sogar ein ganzes Jahrhundert vergehen, bis der von uns
in allen Staaten für ein und denselben Tag vorbereitete Umsturz zum Ziel führt und die
völlige Unfähigkeit der bestehenden Regierungen allgemein anerkannt wird. Haben wir
endlich die volle Herrschaft erlangt, so werden wir dafür zu sorgen wissen, dass gegen uns
keinerlei Verschwörungen stattfinden können.

Wahrung der Geheimnisse unserer Logen

Wir werden jeden unbarmherzig hinrichten lassen, der sich mit der Waffe in der Hand
gegen uns und unsere Herrschaft auflehnt. Jede Gründung irgendeines neuen
Geheimbundes wird ebenfalls mit dem Tod bestraft werden. Die jetzt bestehenden
Geheimbünde, die uns alle wohl bekannt sind und uns gute Dienste geleistet haben und
noch leisten, werden wir sämtlich auflösen. Ihre Mitglieder sollen in weit von Europa
entfernte Erdteile verbannt werden.

So werden wir vor allem mit denjenigen nicht illuminierten Freimaurern verfahren, die zu
tief in die Geheimnisse unserer Logen eingedrungen sind. Wer aber aus irgendeinem Grund
von uns begnadigt wird, muss in ständiger Angst vor der Ausweisung leben. Wir werden ein
Gesetz erlassen, nach dem alle früheren Mitglieder geheimer Gesellschaften aus Europa –
dem Hauptsitz unserer Regierung – ausgewiesen werden. Alle Entscheidungen unserer
Regierung werden endgültig sein. Eine Berufung werden wir nicht zulassen.

Die nicht Eingeweihten der Gesellschaft, in der wir die Mächte der Zwietracht und des
Widerspruches gross gezogen haben, können nur durch schonungslose Massnahmen
wieder zur Ruhe und Ordnung gebracht werden. Es darf kein Zweifel darüber bestehen, dass
die Regierung jederzeit imstande ist, ihren Willen mit eiserner Hand durchzuführen. Dann
kommt es auf die Opfer, die das künftige Wohl erfordert, überhaupt nicht an.

Überall Logen gründen

Es ist vielmehr verdammte Pflicht und Schuldigkeit jeder Regierung, das allgemeine Wohl
nötigenfalls auch durch Opfer zu sichern. Denn nicht in den Vorrechten, sondern in den
Pflichten beruht die Daseinsberechtigung jeder Regierung. Je mehr eine Regierung es
versteht, sich mit dem Strahlenkranz einer vollkommen gefestigten Machtstellung zu
umgeben, um so unerschütterlicher steht sie da.

Das höchste Mass eines hehren und unerschütterlichen Machtbewusstseins kann aber
nur erreicht werden, wenn sein Ursprung auf das Walten geheimnisvoller Kräfte, wie die
durch Gott Auserwählten, zurückgeführt wird. Solche Macht stellte bis in die letzte Zeit die
Selbstherrschaft der russischen Zaren dar, die, abgesehen vom Papsttum – unser einziger

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ernsthafter Feind in der Welt ist.

Gedenken Sie, meine Herren, des Beispieles eines Sulla, dem das von Blut triefende
Italien kein Haar krümmte, obwohl er eine ungeheure Blutschuld auf sich geladen hatte.
Sulla wurde von dem selben Volk vergöttert, das er auf das Schwerste gepeinigt hatte, weil
er eine Machtvollkommenheit sondergleichen zu entwickeln verstand. Seine Rückkehr nach
Italien machte ihn unverletzlich. Kein Volk vergreift sich an dem, der es durch Tapferkeit und
Geisteskraft in seinen Bann zu schlagen weiss.

So lange wir noch nicht zur Herrschaft gelangt sind, müssen wir vorläufig, im Gegensatz
zu den vorhin entwickelten Grundsätzen, in der ganzen Welt die Zahl der Freimaurerlogen
möglichst vermehren. Wir werden den Einfluss der Logen dadurch verstärken, dass wir ihnen
alle Persönlichkeiten zuführen, die in der Öffentlichkeit eine hervorragende Rolle spielen
oder doch wenigstens spielen könnten; denn diese Logen werden eine Hauptauskunftsstelle
bilden und von ihnen wird ein grosser Einfluss ausströmen.

Alle Agenten sind Mitglieder der Logen

Alle Logen fassen wir unter einer Hauptleitung zusammen, die nur uns bekannt ist, allen
anderen aber verborgen bleibt, nämlich unter der Hauptleitung unserer weisen. Die Logen
werden ihren Vorsitzenden haben, der es verstehen muss, die geheimen Weisungen der
Hauptleitung durch seine Person zu decken. In diesen Logen werden die Fäden aller
umstürzlerischen und freisinnigen Bestrebungen zusammenlaufen. Die Logenmitglieder
werden den verschiedensten Gesellschaftskreisen angehören. Die geheimsten Pläne der
Staatskunst werden uns am Tag ihrer Entstehung bekannt werden und sofort unserer
Leitung verfallen.

Zu den Mitgliedern der Logen werden fast alle Polizeispitzel der Welt gehören, deren
Tätigkeit für uns ganz unentbehrlich ist. Die Polizei ist vielfach nicht nur in der Lage,
willkürlich gegen diejenigen die sich uns nicht unterwerfen wollen; sie kann auch die Spuren
unserer Handlungen verwischen und die Vorwände zur Unzufriedenheit bieten.

In die Geheimbünde treten mit besonderer Vorliebe Abenteurer, Schwindler, Streber und
überhaupt Leute ein, die von Natur leichtsinnig veranlagt sind. Es kann uns nicht schwer
fallen, diese Kreise für uns zu gewinnen und unserem Zweck dienstbar zu machen.

Wenn die Welt von Unruhen geplagt wird, so heisst das, dass wir diese Unruhe
hervorrufen mussten, um das allzu feste Gefüge der Staaten, die noch von Nicht-
llluminierten geleitet werden, zu zerstören. Kommt es irgendwo zu einer Verschwörung, so
steht an der Spitze derselben sicher kein anderer als einer unserer treuesten Diener.

Es versteht sich von selbst, dass wir llluminati allein und sonst niemand die Tätigkeit der
Freimaurerlogen leiten. Wir allein wissen, welchem Ziel sie zusteuern, wir allein kennen den
Endzweck jeder Handlung. Die nicht Eingeweihten dagegen haben keine Ahnung von diesen
Dingen, sie sehen nicht einmal das Nächstliegende, Unmittelbare, und sind gewöhnlich mit
der augenblicklichen Befriedigung ihrer Eigenliebe bei der Ausführung eines Vorhabens
zufrieden. Um die Wirkungen kümmern sie sich meist nicht. Ebensowenig merken sie, dass
der Gedanke zur Tat nicht von ihnen selbst stammt, sondern auf unsere Einflüsterungen
zurückzuführen ist.

Nicht Eingeweihte treten gewöhnlich aus Neugier in die Logen ein. Viele hoffen auch, mit
Hilfe der Logen einflussreiche Stellungen zu erlangen. Einzelne treibt das Verlangen, vor
einem grösseren Zuhörerkreis ihre erfüllbaren und haltlosen Träume auszusprechen. Sie
lechzen nach Beifall und Händeklatschen, womit wir natürlich sehr freigiebig sind. Wir
gönnen und gewähren ihnen gern solche Erfolge, um die aus ihnen entspringenden
Selbstüberhebung für unsere Zwecke auszunutzen.

Tiger mit lammfrommen Seelen

Dann nehmen die Leute ahnungslos und ohne Prüfung unsere Einflüsterungen auf, ja sie
sind sogar noch felsenfest davon überzeugt, selber die leitenden Gedanken hervorgebracht
zu haben. Sie können es sich gar nicht vorstellen, wie leicht es ist, selbst die Klügsten der
Nicht-Illuminierten an der Nase herumzuführen, wenn sie sich in dem Zustand der
Selbstüberhebung befinden; sie sind dann von einer so kindischen Einfalt, dass schon der
geringste Misserfolg, etwa das Aussetzen des Beifallklatschens, genügt, um sie zu einem

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knechtischen Gehorsam gegen jeden zu bewegen, der ihnen neuen Erfolg verspricht.

Während wir Eingeweihten den äusseren Erfolg verachten und all unser Sinnen und
Trachten darauf einstellen, unsere Pläne durchzuführen, sind die Nicht-Illuminierten im
Gegenteil bereit, alle Pläne zu opfern, wenn sie nur den geringsten äusseren Erfolg
einheimsen können. Diese seelische Veranlagung der nicht Eingeweihten erleichtert uns
ungemein die Aufgabe, sie nach unserer Zwecken zu lenken. Diese Tiger von Gestalt haben
lammfromme Seelen; in ihren Köpfen aber weht der Zugwind. Wir haben sie auf ein
Steckenpferd gesetzt und ihnen vorgemacht, dass die einzelne Persönlichkeit aufgehen
müsse im Begriff der Gesamtheit, dem sogenannten Kommunismus.

Nicht-Illuminierten geht offenbar die Fähigkeit ab, zu erkennen, dass dieser Traum der
allgemeinen Gleichmacherei gegen das oberste Gesetz der Natur verstösst, die seit der
Schöpfung der Welt verschieden geartete Wesen hervorbringt und der Persönlichkeit eine
entscheidende Rolle zuspricht. Wenn es uns gelungen ist, die nicht Eingeweihten derart zu
verblenden, so zeigt das doch mit überraschender Deutlichkeit, dass ihr Verstand sich in
keiner Weise mit dem unsrigen messen kann. Das ist die beste Bürgschaft für unseren
Erfolg.

Wie scharfsinnig ist doch der Ausspruch unserer alten Weisen, dass ein grosses Ziel nur
dann erreicht werden kann, wenn man in der Wahl der Mittel nicht wählerisch ist und die
Opfer nicht zählt, die zur Strecke gebracht werden Wir haben die Opfer vom viehischen
Samen Nicht-Illuminierter niemals gezählt, mussten freilich auch viele der unsrigen opfern.
Dafür haben wir unseren Leuten schon jetzt eine Stellung in der Welt gegeben, auf die sie in
ihren kühnsten Träumen nicht zu hoffen wagten. Mit verhältnismässig geringen Opfern aus
der Zahl der unsrigen haben wir die Eingeweihten stets vor einem Untergang bewahrt.

Von unserer Stirn strahlt hohe Geisteskraft

Der Tod ist das unvermeidliche Ende aller Menschen. Daher ist es besser, dieses Ende
für diejenigen zu beschleunigen, die unserer Sache schaden, als zu warten, bis es auch uns,
die Schöpfer des Werkes, trifft. In den Freimaurerlogen vollziehen wir die Todesstrafe in
einer Weise, dass niemand ausser den Logenbrüdern Verdacht schöpfen kann, nicht einmal
die Todesopfer selber: sie sterben, sobald es nötig ist, scheinbar eines natürlichen Todes.
Da das den Logenbrüdern bekannt ist, so wagen sie es nicht, irgendwelchen Einspruch zu
erheben. Mit solchen unerbittlichen Strafen haben wir innerhalb der Logen jeden
Widerspruch gegen unsere Anordnungen im Keim erstickt. Während wir den nicht
Eingeweihten den Freisinn predigen, halten wir gleichzeitig den Kreis der llluminati und
unserer Vertrauensmänner im strengsten Gehorsam.

Wir haben es verstanden, die Durchführung der Gesetze, die nicht von Eingeweihten
gestaltet sind, auf ein Mindestmass zu beschränken. Infolge unserer freisinnigen Auslegung
der Gesetze haben diese an Ansehen verloren. In den wichtigsten staatsrechtlichen Fragen
und sonstigen Streitfällen von grundsätzlicher Bedeutung entschieden die Gerichte so, wie
wir es ihnen vorschreiben. Sie sehen die Dinge in der selben Beleuchtung, in der wir sie der
Verwaltung, die von nicht llluminaten geleitet wird, darstellen, natürlich nur durch
Mittelspersonen, mit denen wir scheinbar nicht die geringsten Berührungspunkte haben,
durch Presseäusserungen oder auf sonstigen Wegen.

Selbst Mitglieder des Senates und höhere Verwaltungsbeamte folgen blindlings unseren
Ratschlägen. Der viehische Verstand der Nicht-Eingeweihten ist zur Zergliederung eines
Begriffes und zur Beobachtung überhaupt nicht fähig; umsoweniger können sie
voraussehen, welche weitgehenden Schlussfolgerungen sich an gewisse Entscheidungen
anknüpfen lassen.

Die tiefgreifenden Unterschiede in der geistigen Veranlagung der Illuminierten und der
Nicht-Illuminierten zeigen deutlich, dass wir Eingeweihten die Auserwählten und die wahren
Menschen sind. Von unseren Stirnen strahlt hohe Geisteskraft, während die Nicht-
Eingeweihten nur einen triebmässigen, viehischen Verstand haben, Sie können wohl sehen,
aber nicht vorausschauen; sie sind unfähig, etwas zu erfinden, ausgenommen rein
körperliche Dinge. Daraus geht klar hervor, dass die Natur selbst uns zur Herrschaft über die
ganze Welt vorausbestimmt hat.

Sobald die Zeit gekommen ist, in der wir offen die Weltherrschaft ergreifen, wird die
wohltätige Wirkung unserer Regierung durch eine völlige Umgestaltung der Gesetze sich

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erweisen; unsere Gesetze werden kurz, klar und unabänderlich sein. Wir werden keine
Deutungen zulassen, so dass jeder imstande sein wird, sie seinem Gedächtnis fest
einzuprägen.

Keine Milde in der Rechtssprechung

Der hervorstechende Zug unserer Gesetze wird das Verlangen eines unbedingten
Gehorsams gegenüber die Obrigkeit sein, den wir bis zum höchsten Grade steigern werden.
Damit werden alle Missbräuche infolge der Verantwortlichkeit aller vor dem Vertreter der
höchsten Staatsgewalt aufhören.

Der Missbrauch der Amtsgewalt durch die mittleren und niederen Beamten wird mit einer
so unnachsichtigen Strenge bestraft werden, dass jedem die Lust vergehen soll, seine
Machtbefugnisse zu überschreiten. Wir werden die Tätigkeit der Verwaltungsbeamten, die
den geregelten Gang der Staatsmaschine aufrecht zu erhalten haben, mit der grössten
Aufmerksamkeit verfolgen; wenn hier Zuchtlosigkeit um sich gegriffen hat, so muss sie bald
zu einer allgemeinen Erscheinung werden; daher werden wir jeden Fall von Gesetzwidrigkeit
oder Missbrauch der Amtsgewalt mit vorbildlicher Strenge bestrafen.

Jede Versuchung, jede gegenseitige Duldung von Amtsvergehen durch
Verwaltungsbeamte wird sofort aufhören, sobald die ersten Beispiele einer harten Bestrafung
der Schuldigen vorliegen. Das Ansehen unserer Macht verlangt zweckmässige, das heisst
also härteste Strafen für das geringste Amtsvergehen; dessen Triebfeder persönliche
Vorteile waren.

Wenn auch der Einzelne vielleicht härter bestraft werden wird, als er es verdient, so ist er
doch dem Soldaten zu vergleichen, der auf dem Feld der inneren Verwaltung für das
Ansehen von Gesetz und Macht gefallen ist. Denn beide können von den Lenkern des
Staatswagens, den Beamten, nicht die geringste Abweichung vom geraden Weg des
öffentlichen Wohles in die krummen Seitengassen der persönlichen Vorteile dulden.

Ein Beispiel: Unsere Richter werden wissen, dass sie den obersten Grundsatz der
Gerechtigkeit verletzen, wenn sie in ihren Urteilen eine allzu grosse Milde walten lassen; die
Rechtsprechung soll die Menschen lehren, auf dem rechten Weg zu bleiben, indem sie für
jedes Vergehen als abschreckendes Beispiel die nötige Strafe findet; sie ist nicht dazu da,
das weiche Gemüt des Richters zu offenbaren. Diese Eigenschaften mögen im häuslichen
Leben am Platz sein, bei der Ausübung eines öffentlichen Dienstes dürfen sie nicht
hervorgekehrt werden, sonst gehen die erzieherischen Wirkungen des öffentlichen Lebens
verloren.

Unsere Richter werden nur bis zum 55. Lebensjahr im Amt bleiben und dann zur Ruhe
gesetzt werden. Das wollen wir aus zwei Gründen durchführen: Erstens, weil alte Leute
hartnäckiger an vorgefassten Meinungen festhalten und minder fähig sind, sich neuen
Anordnungen zu fügen, als junge Menschen; zweitens, weil wir durch eine solche
Massnahme in die Lage versetzt werden, die Stellen häufiger neu zu besetzen und die
Richter in einer grösseren Abhängigkeit von uns zu halten; wer auf seinem Posten bleiben
will, der muss uns blind gehorchen.

Keine Vorstellung von Pflichten

Wir werden überhaupt nur solche Richter zulassen, die genau wissen, dass ihre Aufgabe
darin besteht, die Gesetze anzuwenden und zu strafen, nicht aber ihre freisinnigen
Anschauungen auf Kosten der erzieherischen Wirkung der Staatshoheit zur Anwendung zu
bringen, wie es jetzt nicht-illuminierte Richter tun. Der häufige Stellenwechsel der Beamten
wird für uns auch den Vorteil haben, dass die Geschlossenheit des Beamtentums gesprengt
wird. Der Beamte der Zukunft wird sich wieder mehr als Vertreter des Staates, denn als
Vertreter eines bestimmten Standes fühlen, da sein Geschick ganz von der Staatsleitung
abhängen wird. Der junge Nachwuchs des Richterstandes wird von uns in der Anschauung
erzogen werden, dass Missbräuche nicht geduldet werden dürfen, die die festgesetzten
Abhängigkeits- Verhältnisse unserer Untertanen zueinander stören könnten.

Die jetzt nicht eingeweihten Richter beurteilen die meisten Verbrechen viel zu nachsichtig,
weil sie keine richtige Vorstellung von ihren Pflichten haben. Die jetzigen Staatsleiter geben
sich bei der Bestallung der Richter nicht die Mühe, diesen das Gefühl der Pflicht und

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Verantwortlichkeit einzuprägen und die Erkenntnis der Aufgaben zu erschliessen, die sie
tatsächlich erfüllen sollen. Wie das Tier seine Jungen auf Beute ausschickt, so geben auch
die nicht Eingeweihten ihren Anhängern einträgliche Stellungen, ohne sie darüber
aufzuklären, wozu diese eigentlich geschaffen sind. Daher wird die Stellung der nicht-
illuminierten Regierungen durch die Tätigkeit ihrer eigenen Beamten untergraben. Wir wollen
uns die Folgen dieses Verhaltens als warnendes Beispiel für unsere eigene Regierung
einprägen!

Wir werden den Freisinn grundsätzlich aus allen wichtigen Verwaltungsstellen vertreiben,
deren Inhaber die Massen im Gehorsam gegen uns und unsere Gesellschaftsordnung
erziehen sollen. Auf solche Stellen werden wir nur noch unsere zuverlässigen Anhänger
berufen, die wir selbst für den höheren Verwaltungsdienst ausgebildet haben.

Auf den immerhin möglichen Einwand, dass die Versetzung der alten Beamten in den
Ruhestand dem Staat allzu grosse Kosten verursachen wird, erwidere ich zweierlei: Erstens
soll versucht werden, ihnen als Ersatz für das verlorene Amt vorläufig eine nichtöffentliche
Tätigkeit zu erschliessen. Zweitens werden wir über alles Geld der Welt verfügen, unsere
Regierung braucht deshalb keine Ausgaben zu scheuen, wenn es sich um die Durchführung
wichtiger Massnahmen handelt, die uns dem Hauptziel näherbringen.

Schein altväterlicher Sorge

Wir werden eine unbedingt selbstherrliche Gewalt ausüben, die in allen ihren
Äusserungen eine strenge Folgerichtigkeit aufweisen soll. Darum wird unser erhabener Wille
in jedem einzelnen Fall geachtet und unweigerlich durchgeführt werden. Über jedes Murren,
jede Unzufriedenheit können wir uns ruhig hinwegsetzen; wer sich aber zu Handlungen
gegen uns hinreissen lässt, den soll die Strenge des Gesetzes treffen.

Wir werden das Berufungsrecht aufheben, um es ausschliesslich unserem Herrscher
vorzubehalten, da beim Volk nicht die Meinungen aufkommen darf, dass die von uns
bestellten Richter falsche oder unrichtige Urteile fällen können. Sollte derartiges vorkommen,
so werden wir selbst das Urteil aufheben, gleichzeitig aber den Richter für die Verletzung
seiner Amtspflichten so hart bestrafen, dass der Fall sich nicht wiederholen dürfte. Ich
wiederhole, dass wir jeden Schritt unserer Beamten überwachen werden, damit das Volk mit
unserer Verwaltung zufrieden ist; es hat ja schliesslich das Recht, von einer guten
Verwaltung auch gute Beamte zu verlangen.

Unsere Regierung wird in der Person unseres künftigen Weltherrschers den Schein
altväterlicher Sorge um das Wohl und Wehe unserer Untertanen annehmen. Unser Volk und
unsere Untertanen werden in ihm einen Vater sehen, der sich um allen kümmert, über alles
unterrichtet ist, jede Notlage zu verbessern sucht und die Beziehungen der Untertanen
zueinander und zu ihm selbst, dem höchsten Herrscher, mit liebevoller Sorge überwacht.

Dann werden sie von dem Gedanken durchdrungen sein, dass sie ohne die väterliche
Obhut und Sorge nicht auskommen können, wenn sie in Ruhe und Frieden selbst leben
wollen; sie werden die unumschränkte Gewalt unseres Selbstherrschers anerkennen und mit
einer Verehrung zu ihm aufblicken, die an Vergötterung grenzt; besonders, wenn sie merken,
dass unsere Beamten ihre Gewalt nicht missbrauchen können, sondern blindlings seinen
Befehlen gehorchen müssen. Sie werden froh sein, dass wir ihr Leben so geregelt haben,
wie es kluge Eltern tun, die ihre Kinder zu Pflicht und Gehorsam erziehen.

Bleiben doch die Völker und ihre Regierungen gegenüber den Geheimnissen unserer
Staatskunst ewig in der Rolle unmündiger Kinder.

Wie Sie sehen, meine Herren, begründe ich unsere unumschränkte Gewalt auf Recht und
Pflicht. Dieses Recht, die Erfüllung der Pflicht zu erzwingen, ist eine Hauptaufgabe der
Regierung, die ihren Untertanen gegenüber diese Stellung einnimmt, wie der Vater
gegenüber seinen Kindern. Ihr wurde das Recht des Stärkeren verliehen, damit sie die
Menschheit zu ihrem eigenen Besten dem von der Natur gewollten Zustand der
gegenseitigen Unterordnung zuführe. Alles in der Welt ist von irgend etwas abhängig: Wenn
nicht von den Menschen, so doch von den Umständen oder den eigenen Trieben, auf jeden
Fall aber vom Stärkeren. So wollen wir denn zum Wohl des Ganzen die Stärkeren sein.

Vorsicht bei der Ernennung von Hochschullehrern

Wir sind verpflichtet, einzelne Persönlichkeiten, die die festgesetzte Weltordnung stören,
unbedenklich zu opfern. In der vorbildlichen Bestrafung des Bösen liegt eine grosse
erzieherische Aufgabe, die wir unbedingt erfüllen müssen.

Wenn der König llluminati auf sein geheiligtes Haupt die Krone setzen wird, die Europa
ihm anbieten muss, dann wird er der Stammvater, der Patriarch der ganzen Welt sein. Das
wird natürlich Opfer kosten, aber ihre Zahl wird niemals an die schweren Blutopfer
heranreichen, die Grossmannssucht und Wettbewerb unter den nicht eingeweihten
Regierungen den Menschen im Laufe vieler Jahrhunderte auferlegt haben.

Unser König wird in ständiger Berührung mit dem Volk stehen. Er wird vor dasselbe
hintreten und ihm Reden halten, deren Ruhm sich blitzschnell von Mund zu Mund über die
ganze Welt ausbreiten soll.

Da wir jeden Zusammenschluss der Kräfte ausser den unsrigen zerstören wollen, so
müssen wir vor allem die Hochschulen, diese erste Stufe des Zusammenschlusses
unmöglich machen, indem wir ihnen neue Richtlinien anweisen. Die Verwaltung und die
Professoren werden nach ausführlichen, geheimen Vorschriften für ihre Tätigkeit vorbereitet
werden, von denen sie bei Strafe nicht abweichen dürfen. Bei der Ernennung der
Hochschullehrer werden wir die grösste Vorsicht walten lassen, wir werden sie in völliger
Abhängigkeit von der Regierung halten.

Aus dem Lehrplan werden wir das Staatsrecht und überhaupt alles, was staatsrechtliche
Fragen betrifft, ausschliessen. Diese Fächer sollen nur von einem kleinen Kreis besonders
befähigter Personen gelehrt werden, die wir aus der Zahl der Eingeweihten aussuchen
werden. Die Hochschulen sollen nicht Gelbschnäbel entlassen, die eine Verfassung wie ein
Trauer- oder Lustspiel zusammenbrauen, und die sich mit Fragen der Staatskunst
beschäftigen, von denen schon ihre Väter nichts verstanden.

Die oberflächliche Beschäftigung eines grossen Zuhörerkreises mit politischen Fragen
kann nur Erbauer von Luftschlössern und schlechte Untertanen erzielen. Die schlimmen
Folgen erkennt man an den Nicht-Eingeweihten, die in dieser Richtung erzogen werden. Wir
mussten diesen Keim des Umsturzes in ihre Erziehung hineintragen, und wir haben damit
glänzende Erfolge erzielt. Sobald wir aber zur Herrschaft gelangt sind, werden wir aus dem
Lehrplan alles streichen, was irgendwie zersetzend wirken kann, und werden die Jugend zu
gehorsamen Kindern der Obrigkeit erziehen, die die Regierenden als Bürgschaft und
Hoffnung auf Frieden und Ruhe lieben.

Alle Tatsachen der Geschichte streichen

An Stelle des Humanismus und der Erlernung der alten Geschichte, die weit mehr
schlechte als gute Beispiele bietet, werden wir die Beschäftigung mit den Richtlinien der
Zukunft in den Vordergrund rücken. Wir werden aus dem Gedächtnis der Menschheit alle
Tatsachen der Geschichte streichen, die uns unbequem sind , und nur diejenigen übrig
lassen, bei denen die Fehler der nicht illuminierten Regierungen besonders hervortreten.

Die Fragen des täglichen Lebens, der gesellschaftlichen Ordnungen, der Beziehungen
der Völker untereinander, die Bekämpfung übler Selbstsucht, die die Wurzel vieler Übel ist,
und ähnliche Fragen der Erziehung werden an der Spitze unseres Erziehungsplanes stehen.
Dieser Plan wird für jeden Beruf verschieden sein, weil der Unterricht auf keinen Fall
verallgemeinert werden soll. Diese Regelung des Unterrichtswesens ist von besonderer
Wichtigkeit.

Jeder Stand muss entsprechend seiner Bedeutung und Berufsarbeit eine streng
abgeschlossenen Erziehung und Bildung erhalten. Hervorragend begabte Menschen haben
es immer verstanden und werden es auch in Zukunft verstehen, sich in einen höheren Stand
oder Beruf emporzuschwingen, es ist aber Torheit, wegen dieser vereinzelten Ausnahmen
die höheren Berufe mit minderbegabten Personen überschwemmen zu lassen, und
denjenigen die Plätze fortzunehmen, die nach Geburt und Bildung darauf Anspruch haben.
Sie wissen selbst, welche schlimmen Folgen diese himmelschreiende Sinnlosigkeit für die
Nicht-Eingeweihten gehabt hat.

Damit der Weltherrscher sich die Herzen und Sinne seiner Untertanen erobert, müssen
wir während seiner Tätigkeit in den Schulen wie in der Öffentlichkeit sowohl über seine

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Bedeutung und Leistungen wie über seine Wohltaten predigen.

Wir werden jede Lehrfreiheit beseitigen. Die Schüler sollen das Recht haben, sich mit
ihren Verwandten in den Schulen, wie in Vereinshäusern, zu versammeln. Während dieser
Versammlungen, die zweckmässig an den Feiertagen stattfinden, werden die Lehrer
scheinbar freie Vorlesungen halten über die Gesetze von den Folgen des Beispieles, über
die Störungen, die aus unbewussten Beziehungen entstehen und schliesslich über die
Philosophie der neuen Lehre, die in der Welt noch nicht verkündet war.

Allmählich werden die Vorlesungen auf ihren eigentlichen Gegenstand, die grossen, der
Menschheit bisher noch nicht enthüllten Lehren der neuen Zeit übergehen. Diese Lehren
werden wir zu Glaubenssätzen erheben, die die Übergangsstufen zu unserer Religion bilden
sollen. Nach Beendigung meiner Ausführungen über unsere Richtlinien für Gegenwart und
Zukunft werde ich Ihnen die Begründung dieser Glaubenssätze vorlesen.

Verhinderung einer selbständigen Meinung

Eine jahrhundertelange Erfahrung hat uns gelehrt, dass die Menschen sich in ihren
Handlungen von gewissen Grundsätzen und Gedanken leiten lassen, die ihnen durch die
Erziehung vermittelt werden. Wir haben ferner erkannt, dass diese Erziehung sich auf alle
Altersstufen ausdehnen lässt, wenn man es nur versteht, bei jedem Alter das entsprechende
Verfahren anzuwenden. Aus dieser reichen Lebenserfahrung heraus wird es uns sicher
gelingen, auch das letzte Aufflackern einer selbständigen Meinung zu ersticken, nachdem
wir schon lange die öffentliche Meinung in der für uns nötigen Richtung erzogen haben.

Die Knechtung des Denkvermögens kommt bei dem sogenannten Anschauungsunterricht
schon zur Anwendung. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Nicht-Eingeweihten in eine
Herde denkfauler, gehorsamer Tiere zu verwandeln, die eine Sache erst verstehen können,
wenn man sie ihnen im Bild vorführt. In Frankreich hat einer unserer besten
Vertrauensmänner, Bourgeois, sich schon nachdrücklichst für den Anschauungsunterricht
verwandt, auf dem er einen ganz neuen Lehrplan aufbauen will.

Der Beruf der Rechtsanwälte schafft kaltherzige, grausame, hartnäckige Menschen, die
keine Grundsätze haben. Sie stellen sich in allen Fragen auf einen unpersönlichen, rein
geschäftsmässigen Standpunkt. Sie haben gelernt, alles dem Vorteil der Verteidigung
unterzuordnen, statt zu bedenken, welcher Einfluss ihre Verteidigung auf das öffentliche
Wohl ausübt. Sie weisen in der Regel keinen Auftrag ab, streben um jeden Preis eine
Freisprechung an und kämpfen mit kleinen Winkelzügen der Rechtswissenschaft. Damit
untergraben sie das Ansehen der Gerichtshöfe.

Wir werden der Tätigkeit der Rechtsanwälte die engsten Schranken ziehen: Sie sollen nur
noch ausführende Beamte des Staates sein. Die Rechtsanwälte sollen den Richtern
gleichgestellt werden, indem sie das Recht verlieren, mit den Parteien Fühlung zu nehmen.
Sie sollen ihre Aufträge nur vom Gericht erhalten, sollen sie nach Schriftsätzen und
Urkunden bearbeiten und sollen schliesslich ihre Rechtsmündel nach den Ergebnissen
verteidigen, die beim Verhör vor Gericht festgestellt wurden.

Die Anwälte werden ihre Gebühren ohne Rücksicht auf den Erfolg ihrer Verteidigung
erhalten. Auf diese Weise üben sie ihre Tätigkeit lediglich als gesetzliche Vertreter des
Gerichts und als Gegengewicht zum Staatsanwalt aus, der die Anklage vertritt. Auf diese
Weise wird das Gerichtsverfahren abgekürzt und eine ehrliche, selbstlose Verteidigung
geführt, die auf Überzeugung und nicht auf der Jagd nach Gelderwerb beruht. Damit wird
auch die gegenwärtig übliche Bestechung der Gegenanwälte aufhören, wobei die Seite
bisher gewann, die am meisten bezahlte.

Hundert Hände halten die federn der sozialen Maschine

Die Gewissensfreiheit ist jetzt überall öffentlich anerkannt. Wir folgern daraus, dass uns
nur noch Jahre von dem Zeitpunkt trennen, wo die christliche Weltanschauung vollständig
zusammenstürzen wird; mit den anderen Glaubenslehren werden wir noch schneller fertig
werden, doch ist es verfrüht, davon jetzt zu sprechen. Sind wir erst zur Herrschaft gelangt, so
werden wir die nicht eingeweihte Geistlichkeit derart einschnüren, dass ihr Einfluss im
umgekehrten Verhältnis zu ihrer früheren Macht stehen wird.

Wenn die Zeit reif ist, die Macht des Papstes endgültig zu zerstören, wird der Finger einer

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unsichtbaren Hand die Völker auf den päpstlichen Hof hinweisen. Wenn sie dahin stürzen,
wollen wir als angebliche Beschützer des Papstes auftreten und ein grösseres
Blutvergiessen verhindern. Durch diesen Kunstgriff werden wir in seine innersten Gemächer
gelangen und diese nicht eher verlassen, bis wir die Macht des Papsttums völlig untergraben
haben.

Der König der llluminati wird der wahre Papst und Patriarch der Weltkirche der
Eingeweihten sein. So lange wir jedoch die Jugend noch in den Grundsätzen der
Übergangsstufe erziehen müssen, die erst allmählich in unseren Glauben einmünden soll,
können wir die bestehenden nicht eingeweihten Glaubensbekenntnisse nicht offen
bekämpfen, wir werden dagegen scharfe Kritik üben und dadurch die Zersetzung
herbeiführen.

Unsere heutige Presse hat die Aufgabe, die Unfähigkeit der Nicht-Eingeweihten auf allen
Gebieten des staatlichen und religiösen Lebens zu erweisen; sie wird das in den
gewissenslosesten Ausdrücken tun, um sie so weit herabzusetzen, wie das nur unsere
schlauen Insider verstehen.

Unsere Herrschaft wird an den Gott Wischnu erinnern, der von ihr versinnbildlicht wird:
Hundert Hände halten die Federn der sozialen Maschine. Wir werden alles ohne Hilfe der
beamteten Polizei erfahren; denn diese haben wir für die Nicht-Eingeweihten eingerichtet
und deshalb rechtlich so gestellt, dass sie die Regierungen am Sehen hindert.

Nach unseren Richtlinien wird ein Drittel unserer Untertanen aus Pflichtgefühl nach dem
Grundsatz freiwilligen Staatsdienstes die übrigen zwei Drittel überwachen. Es wird dann
nicht mehr schimpflich sein und ehrenrührig, sondern im Gegenteil höchst lobenswert sein,
dem Staat Späher- und Angeberdienste zu leisten. Falsche Beschuldigungen sollen jedoch
streng bestraft werden, damit kein Missbrauch mit der Einrichtung getrieben wird.

Spitzeldienste als Ehrenpflicht

Unsere Helfershelfer werden den höchsten und niedrigsten Gesellschaftsschichten
angehören: Vergnügungssüchtige Verwaltungsbeamte, Verleger, Druckereibesitzer,
Buchhändler, Kaufleute, Arbeiter, Dienstboten und viele andere Personen werden sich unter
ihnen befinden. Diese recht- und machtlose Polizei darf keinerlei Amtshandlungen
vornehmen, die sich auf die Vollstreckung irgendwelcher Befehle beziehen. Sie soll
ausschliesslich zu Späher- und Angeberdiensten benutzt werden, die die volle
Verantwortung tragen, wenn sie daraufhin irgendwelche Verhaftungen anordnen. Die
eigentliche Vollzugsgewalt wird der Gendarmerie und der städtischen Polizei übertragen.
Wer nachweislich eine wichtige Aussage auf politischem Gebiet unterlässt, wird wegen
geistiger Hehlerei zur Verantwortung gezogen.

Wie unsere Glaubensbrüder schon jetzt verpflichtet sind, ihrer Gemeinde jeden Verstoss
gegen die Glaubens- und Sittenvorschriften und jeden Abfall von der gemeinsamen Sache
der Erleuchteten anzuzeigen, so wird es in unserem künftigen Weltreiche als Ehrenpflicht
aller treuen Untertanen gelten, die Pflicht des Staatsdienstes auf diesem Gebiet auszuüben.

Mit Hilfe dieses Späher- und Angeberdienstes werden wir den Missbrauch der
Amtsgewalt, die Bestechlichkeit, kurz alle diejenigen Missstände beseitigen, die wir selbst
absichtlich unter den Nicht-Illuminierten grossgezogen haben. Das waren und sind die
wirksamsten Mittel, um Unzufriedenheit und Aufruhr unter den nicht eingeweihten Völkern zu
erzeugen. Eines der wichtigsten Mittel bilden die Hüter der Ordnung, da ihnen die
Möglichkeit geboten wird, bei der Ausübung ihrer zerstörenden Tätigkeit ihren bösen
Neigungen: Willkür, Eigenmächtigkeit und vor allem ihrer Bestechlichkeit zu frönen.

Strenge Schutzmassnahmen wirken wie ätzendes Gift auf das Ansehen jeder Regierung.
Müssen wir zu solchen Massnahmen greifen, so werden wir künstlich Unruhen hervorrufen
und die Unzufriedenheit des Volkes durch gut geschulte Redner aufstacheln lassen. Diese
Redner werden massenhaften Zulauf haben, so dass der Schein von Aufruhr und Empörung
vollkommen erreicht ist. Das wird uns den Vorwand bieten, um Hausdurchsuchungen
vorzunehmen und missliebige Personen durch unsere Vertrauensleute überwachen zu
lassen, die wir unter die nicht von den llluminiaten kontrollierte Polizei gesteckt haben.

Da die meisten Umstürzler aus Liebe zu Abenteuerei und zur Prahlerei handeln, so
werden wir sie so lange in Ruhe lassen, wie sie nicht zu verbrecherischen Taten übergehen.

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Um jedoch über alle Vorgänge unterrichtet zu sein, werden wir in alle Geheimbünde Spitzel
hinzubringen wissen, die uns auf dem laufenden halten. Sie dürfen nicht vergessen, dass
das Ansehen der Regierung schwindet, wenn sie allzu häufig Verschwörungen gegen sich
entdeckt. Das kann zu dem Verdacht führen, dass sie ihre eigene Ohnmacht oder, noch
schlimmer, ihre eigene Unrechtmässigkeit eingesteht.

Sie wissen, dass wir das Ansehen der nicht eingeweihten, gekrönten Häupter dadurch
untergraben haben, dass wir durch unsere Helfer häufig Mordanschläge gegen sie ausführen
Hessen. Die Täter waren blinde Hammel der uns zur Verfügung stehenden Herde, die man
leicht durch einige freisinnige Redewendungen zu Verbrechen verleiten kann, wenn man
diesen einen Schein der Berechtigung gibt. Wir werden die nicht eingeweihten Regierungen
noch zwingen, ihre eigene Ohnmacht dadurch einzugestehen, dass sie offene
Schutzmassnahmen für sich treffen. Dann ist ihr Ansehen endgültig dahin.

Unser König wird in ganz unauffälliger Weise geschützt werden. Wir dürfen nicht einmal
den Gedanken aufkommen lassen, dass er nicht imstande sei, Umtriebe schnell zu
beseitigen, und dass er sich vor ihnen verbergen müsse. Wollten wir diesen Gedanken nach
dem Beispiel der Nicht-Eingeweihten zulassen, so hätten wir, wenn nicht für den König
selbst, so doch sicher für seine Nachkommen das Todesurteil unterschrieben.

Unsere Macht ist Ruhe und Ordnung

Unser König wird den Schein streng zu wahren wissen, dass er seine Macht nur zum
Besten des Volkes und nicht zu seinem eigenen Vorteil oder zu Gunsten seiner Hausmacht
ausnutzt. Darum wird seine Macht vom Volk geachtet und geschützt werden. Das Volk wird
ihn vergöttern, weil es fest davon überzeugt sein wird, dass die Macht des Königs die Ruhe
und Ordnung im Land und damit auch das Wohl jedes einzelnen Staatsbürgers verbürgt.
Wer den König durch äussere Machtmittel schützen will, der erkennt die Schwäche des
Königs an.

Unser König wird, sobald er sich in der Öffentlichkeit zeigt, immer von einer Menge
scheinbar neugieriger Männer und Frauen umgeben sein. Wie zufällig werden sie immer die
ersten Reihen um ihn einnehmen und die Nachdrängenden scheinbar aus Liebe zur
Ordnung von einer zu nahen Annäherung zurückhalten. Das gute Beispiel wird auch die
anderen zur Ruhe und Besonnenheit mahnen.

Drängt sich jemand aus dem Volk vor, um dem König eine Botschaft abzugeben, so sind
die ersten Reihen verpflichtet, sie in Empfang zu nehmen und vor den Augen des ganzen
Volkes dem König zu überreichen. Dann werden alle wissen, dass die Bittschriften wirklich in
die Hände des Königs gelangen und von ihm selbst geprüft werden. Das Ansehen der Macht
lässt sich nur dann aufrecht erhalten, wenn das Volk mit Überzeugung sprechen kann:
„Wüsste der König davon“ oder „Der König wird davon erfahren“.

Mit der Einführung offener Schutzmassnahmen geht der geheimnisvolle Ursprung des
Ansehens der Macht verloren. Jeder, der über die nötige Frechheit verfügt, hält sich für
berechtigt, sie vor aller Öffentlichkeit anzutasten. Der Umstürzler erkennt seine Macht und
erspäht den günstigsten Augenblick für einen Mordanschlag. Den nicht Eingeweihten haben
wir etwas anderes weisgemacht; jetzt können wir an ihrem Beispiel ersehen, welche
schlimmen Folgen die offenen Schutzmassnahmen für sie gehabt haben.

So wenig wir es dulden werden, dass die Masse sich mit staatsrechtlichen Fragen
beschäftigt, so sehr werden wir es dennoch begrüssen, wenn das Volk der Regierung
allerhand Eingaben und Vorschläge macht, die eine Verbesserung seiner wirtschaftlichen
Lage bezwecken. Auf diese Weise kommen uns möglicherweise wirkliche Missstände zu
Ohren, deren Abänderung uns selbst erwünscht sein muss. Handelt es sich aber um blosse
Hirngespinste, so werden wir sie sachlich widerlegen und die Kurzsichtigkeit des
Antragstellers einwandfrei beweisen.

Die Möpse werden das Bellen lassen

Für eine Regierung, die sich nicht nur auf die Polizei verlässt, sondern die Wurzeln ihrer
Kraft im Volk selbst verankert hat, sind Unruhen und Aufstände nichts anderes wie das
Bellen des Mopses vor dem Elefanten. Der Mops bellt den Elefanten an, weil er seine
Grösse und Kraft verkennt. Es genügt, die verschiedenartige Bedeutung beider an einem
lehrreichen Beispiel zu erweisen, und die Möpse werden das Bellen lassen und mit dem
Schweife wedeln, sobald sie den Elefanten erblicken.

Um dem politischen Verbrecher den Schein des Helden zu nehmen, der sich für andere
aufopfert, werden wir ihn auf dieselbe Bank mit gewöhnlichen Dieben, Mördern und anderen
gemeinen Verbrechern setzen. Dann wird die öffentliche Meinung beide Arten von
Verbrechen in einen Topf werfen und den politischen Verbrecher mit derselben Verachtung
strafen, die sie vor dem gemeinen Verbrecher schon jetzt empfindet.

Wir haben uns erfolgreich darum bemüht, die nicht Illuminierten von solchem Vorgehen
gegen politische Verbrecher abzuhalten. Wir haben das angebliche Heldentum solcher
Umstürzler in Zeitungsaufsätzen und öffentlichen Reden wie auch unmittelbar, in klug
zusammengestellten Lehrbüchern der Geschichte, verherrlicht, weil sie sich für das, wie wir
sagen, allgemeine Wohl aufopferten. Auf diese Weise gelang es uns, dem Freisinn
zahlreiche Anhänger zuzuführen und Tausende von Nicht-Erleuchteten in die Reihe der uns
auf Leben und Tod ergebenen Hammelherde einzustellen.

Geld- und Steuerwirtschaft

Die heutige Sitzung betrifft unsere Grundsätze auf dem Gebiet der Geld- und
Steuerwirtschaft. Ich habe diese ausserordentlich schwierigen Fragen absichtlich am
Schluss meines Vortrages gesetzt, weil sie den Kern unseres ganzen Planes bilden und über
sein Gelingen entscheiden. Bevor ich auf Einzelheiten eingehe, bitte ich Sie, sich dessen zu
erinnern, was ich schon früher angedeutet habe: Wir sind des Erfolges unserer Sache ganz
sicher, weil wir nahezu alle Geldmittel besitzen.

Sobald wir zur Herrschaft gelangt sind, wird unsere selbstherrliche Regierung es
vermeiden, die Massen des Volkes allzu fühlbar mit Steuern zu belasten, da wir dem Volk
gegenüber stets den Schein eines väterlichen Beraters und Beschützers wahren müssen.
Freilich kostet die Staatsverwaltung viel Geld, das irgendwie beschafft werden muss. Es ist
daher von besonderer Wichtigkeit, ein Verfahren ausfindig zu machen, das die Steuern
möglichst nach der Leistungsfähigkeit verteilt.

Unsere Gesetze sollen von der Annahme ausgehen, dass dem König alles gehört, was
sich innerhalb des Staatsgebietes befindet. Unsere Regierung wird daher in der Lage sein,
jede Art von Besitz zu treffen. Nötigenfalls kann sie sogar alle Umlaufmittel einziehen, um
eine neue Verteilung derselben vorzunehmen. Der beste Weg zur Deckung des
Staatsbedarfs ist eine stufenweise ansteigende Besitzsteuer. Bei einer solchen Regelung
können die Steuern in einem der Grösse des Vermögens entsprechenden Hundertteil
bezahlt werden. Der Besitzer ist imstande die Steuer zu tragen, ohne sich Einschränkungen
aufzuerlegen oder gar seine wirtschaftliche Lage zu gefährden.

Die Reichen müssen einsehen, dass sie verpflichtet sind, einen Teil ihres Überflusses
dem Staat zur Verfügung zu stellen, weil der Staat ihnen den ungefährdeten Besitz ihres
sonstigen Vermögens und das Recht des ehrlichen Erwerbs verbürgt. Ich sage ausdrücklich
des ehrlichen Erwerbs; denn die Überwachung der Vermögensbildung wird den Raub unter
dem Schein des Rechtes verhindern.

Alle grossen Vermögen in unserer Hand

Die Besteuerung der Armen ruft dagegen Unzufriedenheit und Empörung hervor; sie
schädigt den Staat; denn er verliert in der Jagd nach ein paar Pfennigen das Vertrauen und
die Zuneigung der Volksmassen. Unabhängig davon trägt die Vermögenssteuer dazu bei,
das Wachstum von Vermögen in der Hand einzelner Personen zu verringern. Augenblicklich
haben wir fast alle grossen Vermögen in unseren Händen vereinigt, um gegenüber der
grossen Macht der noch nicht von llluminaten beherrschten Staaten ein Gegengewicht auf
dem wichtigsten Gebiet der staatlichen Geldwirtschaft zu haben.

Eine Steuer, die mit der Grösse der Vermögen ansteigt, wird weit höhere Erträge liefern
als die noch übliche Kopf- oder Grundsteuer, die uns nur nützt, um Unzufriedenheit und
Unruhen unter den nicht Erleuchteten hervorzurufen.

Die Macht, auf die unser König sich stützen kann, besteht im Gleichgewicht und in der
Friedensbürgschaft, deretwegen es nötig ist, dass die Besitzenden dem Staat einen Teil ihrer
Einnahme überlassen, um den Gang der Staatsmaschine zu sichern. Der Geldbedarf des

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Staates soll von denjenigen getragen werden, die im Überfluss leben und von denen etwas
zu holen ist.

Solche Verteilung der Steuerlasten wird den Neid der Armen gegen die Reichen
beseitigen, weil er sieht, dass die Besitzenden fast die gesamten Staatslasten tragen und
dadurch Frieden und Wohlfahrt fördern. Wenn die besitzlosen Klassen sehen, dass fast die
gesamten Staatslasten von den Besitzenden getragen werden, die dadurch die
Aufrechterhaltung geordneter Zustände ermöglichen und jedem einzelnen einen Dienst
erweisen, so werden sie ihnen die Daseinsberechtigung nicht aberkennen.

Damit die Steuerzahler aus den gebildeten Kreisen über die neuen Steuerlasten nicht
allzusehr klagen, werden wir ihnen genaue Rechenschaft über die Verwendung der
Staatsgelder ablegen.

Ausgenommen sind dagegen natürlich diejenigen Summen, die wir für unseren König und
für unsere Verwaltungsämter brauchen werden.

Unser König wird kein eigenes Vermögen haben, da grundsätzlich alles, was sich im
Staat befindet, ihm gehören soll; sonst entständen Widersprüche. Das Vorhandensein eines
eigenen Vermögens würde den rechtlichen Anspruch auf das gesamte Volksvermögen
beseitigen.

Von der königlichen Familie wird nur der Thronfolger auf Staatskosten unterhalten
werden. Alle übrigen müssen entweder in den Staatsdienst treten oder einen anderen Beruf
ergreifen. Das Blut der königlichen Familie gibt kein Anrecht auf eine Beraubung der
Staatskasse.

Das Geld ist für den Umlauf bestimmt

Jeder Kauf, jede Bescheinigung über empfangene Geldsummen und jede Erbschaft
werden mit einer stufenweise ansteigenden Stempelsteuer belegt werden. Wer es unterlässt,
eine namentliche Übertragung des Eigentumsrechts an Geld oder sonstigen Werten auf
diese Weise anzuzeigen, wird mit einer besonderen Strafe belegt, die in einem bestimmten
Satz vom Hundert der entzogenen Summe für die Zeit von der Eigentumsübertragung bis zur
Entdeckung der Steuerhinterziehung berechnet wird.

Für diese namentlichen Übertragungen des Eigentumsrechts werden besondere
Geschäftsbücher eingeführt werden, die Namen und Wohnung des alten und neuen
Besitzers angeben müssen und der örtlichen Steuerbehörde allwöchentlich vorzulegen sind.
Selbstverständlich wird die Feststellung des Käufers erst von einer bestimmten Kaufsumme
ab verlangt werden. Die gewöhnlichen Kaufgeschäfte in Gegenständen des täglichen
Bedarfs werden nur einer Stempelsteuer in einem festen Satz vom Hundert unterliegen.

Berechnen Sie, um wievielmal die Erträge solcher Steuern die Einnahmen der nicht von
llluminaten beherrschten Staaten übertreffen werden.

Die Staatskasse muss immer einen bestimmten Bestand an Rücklagen enthalten. Alles,
was über diesen Bestand hinaus geht, wird wieder in Umlauf gesetzt. Wir werden für diese
überschüssigen Summen öffentliche Arbeiten ausführen lassen. Die Tatsache, dass der
Staat von sich aus solche Arbeiten unternimmt, wird ihm und den Herrschenden das
Zutrauen der Arbeiterklasse eintragen. Aus den genannten Summen werden wir auch Preise
für Entdeckungen und besondere Leistungen auf dem Gebiet des Gewerbefleisses zahlen.

Ausser den genau bestimmten und weitsichtig berechneten Summen sollte kein Pfennig
unnütz in der Staatskasse zurück gehalten werden. Das Geld ist für den Umlauf bestimmt;
jede Stockung des Geldverkehrs kann den Staat empfindlich schädigen. Das Geld ist das Öl
der Staatsmaschine; bleibt die Ölung aus, so muss die Maschine still stehen.

Der Ersatz eines Teils der Umlaufmittel durch festverzinsliche Wertpapiere hat solche
Stockung des Geldverkehrs verursacht. Die Folgen dieses Umstandes sind zur Genüge
bekannt.

Wir werden einen Rechnungshof gründen, in welchem der Herrscher jederzeit eine
vollständige Übersicht der Einnahmen und Ausgaben des Staats finden wird. Ausgenommen
soll nur der laufende Monat sein, für den ein Abschluss noch nicht vorliegen kann, und der
vorhergehende Monat, für den die Abrechnungen noch nicht vollständig eingelaufen sein
dürften.

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Die einzige Persönlichkeit, die keinen Vorteil von der Beraubung der Staatskassen haben
wird, ist das Staatsoberhaupt selbst, dem grundsätzlich alles gehören soll. Darum wird
gerade seine persönliche Überwachung der Rechnungslegung die Möglichkeit einer
Unterschlagung oder Vergeudung von Staatsmitteln ausschliessen.

Abhängigkeit durch Zinsverpflichtungen

Der höfische Brauch legt dem Herrscher eine Unmenge von Empfangs- und
Vertretungspflichten auf, bei denen kostbare Zeit verloren geht. Wir werden diese höfischen
Verpflichtungen fast ganz beseitigen, damit der Herrscher genügend Zeit zur Erledigung
seiner eigentlichen Aufgaben behält: Die Überwachung der Staatsverwaltung und der
Anregung und Erwägung neuer Massnahmen. Dann wird der Herrscher nicht mehr von
Günstligen umgeben sein, die sich an ihn bloss heran drängen, um am Glanz und Prunk des
Hofes teilzunehmen und eigene Vorteile zu verfolgen, für das Wohl des Staates aber nichts
übrig haben.

Um die Nicht-Illuminierten zu schädigen, haben wir umfangreiche Krisen im
Wirtschaftsleben hervorgerufen. Wir bedienten uns dabei des einfachen Mittels, alles
erreichbare Geld aus dem Verkehr zu ziehen. Riesige Summen wurden in unseren Händen
aufgespeichert, während die nicht von uns beherrschten Staaten mittellos da sassen und
schliesslich gezwungen waren, uns um Gewährung von Anleihen zu bitten. Mit diesen
Anleihen übernahmen die nicht illuminierten Staaten bedeutende Zinsverpflichtungen, die
ihren Staatshaushalt wesentlich belasteten und sie schliesslich in völlige Abhängigkeit von
den grossen Geldgebern brachten. – Der Übergang der handwerksmässigen und mittleren
Betriebe zur Grossindustrie sog alle gesunden Volkskräfte und schliesslich auch die
Staatskräfte auf.

Der Staat setzt heute so wenig Geld in Umlauf, dass es dem Bedarf nach der Kopfzahl
nicht genügt und daher nicht allen Anforderungen der arbeitenden Klassen entspricht. Die
Ausgabe neuen Geldes muss mit dem Wachstum der Bevölkerung Schritt halten, wobei
auch die Kinder mitzuzählen sind, da sie vom Tag ihrer Geburt an einen erheblichen
Geldverkehr verursachen. Die Neuregelung des Geldumlaufes ist eine wichtige Frage für die
ganze Welt.

Sie wissen, dass die Goldwährung ein Verderb für alle Staaten war, die sie angenommen
haben. Sie konnte den grossen Geldbedarf der Völker um so weniger befriedigen, als wir das
Gold nach Möglichkeit aus dem Verkehr gezogen haben.

In unserem Staat muss eine Währung eingeführt werden, die sich auf den Kosten der
Arbeitskraft aufbaut, mögen die Umlaufmittel nun aus Papier oder Holz bestehen. Wir
werden den Geldbedarf aller Staatsbürger berechnen, indem wir die Umlaufmittel für jeden
Neugeborenen vermehren und für jeden Toten vermindern. Jede Provinz und jeder Kreis
muss die Berechnungen vornehmen.

Damit die geldlichen Verpflichtungen für Staatsbedürfnisse keinen Aufschub erleiden,
werden die Summen und die Zeit ihrer Verausgabung durch einen Erlass des Herrschers
festgesetzt werden; auf diese Weise wird die Bevorzugung einer Behörde durch den Minister
zum Schaden einer anderen beseitigt.

Äussere Anleihen sind wie ein Blutegel

Die Voranschläge der Staatseinnahmen und Ausgaben werden unmittelbar
nebeneinander geführt werden, so dass eine Verdunklung des Staatshaushaltes durch ein
Auseinanderreissen dieser zusammen gehörenden Teile künftig nicht stattfinden kann.

Wir müssen die Geldwirtschaft der nicht von den llluminaten regierten Staaten von Grund
aus umgestalten und dabei so vorgehen, dass niemand Ursache zu irgend welchen
Besorgnissen haben kann. Die Begründung der Neuerungen wird uns angesichts der völlig
zerfahrenen Zustände, in die der Haushalt dieser Staaten geraten ist, sicher nicht
schwerfallen. Wir werden vor allem auf das Hauptübel der staatlichen Geldwirtschaft aller
nicht illuminierten Staaten verweisen: Jedes Rechnungsjahr beginnen diese mit der
Aufstellung eines ordentlichen Voranschlages, obgleich er von Jahr zu Jahr in
erschreckendem Mass zunimmt.

Das hat natürlich seine besondere Ursache: Der für das ganze Jahr geltende Voranschlag

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reicht gewöhnlich nur bis zur Mitte des Rechnungsjahres; dann wird der erste Nachtrag
verlangt, der meist in einem Vierteljahr verausgabt ist; darauf folgt ein zweiter und dritter
Nachtrag, und das ganze Verfahren endet mit einer Nachtragsforderung. Da der
Voranschlag für das neue Rechnungsjahr immer nach der Gesamtabrechnung für das
verflossenen Rechnungsjahr aufgestellt wird, so kann man als Regel annehmen, dass er
mindestens um 50 Prozent überschritten wird, und der Voranschlag wird erst nach zehn
Jahren geregelt.

Infolge dieser Angewohnheit, die die nicht illuminierten Staaten leichtfertig einreissen
Hessen, sind ihre Kassen immer leer. Die dann folgende Zeit der Anleihe-Wirtschaft gab
ihnen völlig den Rest. Heute sind alle nicht illuminierten Staaten derart verschuldet, dass
man ruhig von einem allgemeinen Zusammenbruch ihrer Geldwirtschaft sprechen kann.

Sie werden es vollkommen verstehen, dass wir uns hüten werden, solche Wirtschaft, wie
wir sie den Nicht-Illuminierten gelehrt haben, bei uns einzuführen.

Jede Staatsanleihe liefert den deutlichen Beweis dafür, dass der betreffende Staat
schlecht verwaltet wird und seine Hoheitsrechte nicht richtig anzuwenden weiss. Die
Anleihen schweben wie ein Damoklesschwert über dem Haupt der nicht erleuchteten
Herrscher; statt ihren Bedarf im Wege einer zeitweiligen Steuer bei ihren Untertanen zu
decken, betteln sie mit flehend empor gehobenen Händen unsere illuminierten Geldgeber
an.

Äussere Anleihen sind wie die Blutegel am Körper des Staates, die man nicht entfernen
kann, bis sie von selbst abfallen oder bis der Staat sich ihrer mit Gewalt entäussert. Dazu
fehlt es den nicht illuminierten Staaten aber an der nötigen Kraft. Sie legen im Gegenteil
immer mehr Blutegel an ihren siechen Körper an, so dass sie schliesslich an der freiwillig
hervorgerufenen Blutentziehung zu Grunde gehen müssen.

Eine weltweite Schuldknechtschaft

Eine Staatsanleihe und noch dazu eine äussere ist in der Tat nichts anderes wie ein
freiwilliges Abzapfen von Blut aus dem Staatskörper. Die Anleihe besteht aus
Schuldverschreibungen des Staates, die ein Zinsversprechen enthalten. Der Zinsfuss
schwankt je nach der Höhe der benötigten Geldsumme. Beträgt er 5 Prozent, so muss der
Staat unnötig im Lauf von 20 Jahren in der Form von Zinsen die ganze entliehene Summe
aufbringen; in 40 Jahren hat er allein an Zinsen die doppelte, in 60 Jahren die dreifache
Schuldsumme bezahlt, haftet aber trotzdem für die ganze ursprüngliche Schuld.

Aus dieser Berechnung ergibt sich, dass der Staat bei der von jedem Kopf erhobenen
Steuer die letzten Groschen der Armen unter den Steuerzahlern nimmt, um ausländische
Reiche zu bezahlen, bei denen er Geld entliehen hat, statt die Groschen ohne Zinsen für
seine Bedürfnisse zu sammeln.

Solange die Anleihen sich auf das Inland beschränkten, Hessen die Nicht-Illuminierten mit
ihrer Anleihewirtschaft das Geld aus den Taschen der Armen in die Taschen der Reichen
fliessen. Nachdem wir jedoch die massgebenden Persönlichkeiten bestochen hatten, um die
Aufnahme auswärtiger Anleihen durchzusetzen, flössen alle staatlichen Reichtümer
unfehlbar in unsere Taschen. Seitdem sind uns alle Nicht-Illuminierten zins- und
abgabepflichtig geworden.

Leichtsinn und Kurzsichtigkeit der nicht illuminierten Herrscher in allen Fragen der
staatlichen Geld- und Steuerwirtschaft, Käuflichkeit und Unfähigkeit der höchsten
Staatsbeamten haben alle nicht erleuchteten Staaten uns gegenüber in eine derartige
Schuldknechtschaft gestürzt, dass sie sich niemals davon befreien können. Sie dürfen aber
nicht vergessen, welche Mühe und Geldopfer uns das gekostet hat.

Wir werden daher keine Stockung des Geldverkehrs dulden und darum alle langfristigen
festverzinslichen Staatsanleihen abschaffen. Die einzig zulässige Form der Staatsanleihen
werden kurzfristige mit ein Prozent verzinsliche Schuldverschreibungen des Schatzamtes
sein. Eine so geringfügige Verzinsung wird die staatlichen Kräfte nicht mehr den
Blutsaugern, das heisst den grossen Geldgebern, ausliefern. Das Recht der Ausgabe
langfristiger, festverzinslicher Schuldverschreibungen werden wir ausschliesslich den
grossen gewerblichen Unternehmen gewähren. Diese können die Zinsen mit Leichtigkeit aus
den Gewinnen bezahlen. Der Staat erzielt dagegen mit dem entliehenen Geld in der Regel

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keine Gewinne, weil er es für notwendige Ausgaben und nicht zur Erzeugung wirtschaftlicher
Güter verwendet.

Beseitigung des Schmarotzertums

Unter unserer Herrschaft wird der Staat auch Industriepapiere kaufen. Damit nimmt er an
ihren Gewinnen teil, während er früher von der Last seiner Schuldverpflichtungen nahezu
erdrückt wurde. Diese Massregel wird die Stockungen des Geldverkehrs, das
Schmarotzertum und die Faulheit des Rentnertums beseitigen. Solche Missstände waren für
uns nützlich, solange die Nicht-Illuminierten am Ruder waren; unter unserer Herrschaft
können wir sie nicht länger dulden.

Gibt es einen besseren Beweis für die völlige Unfähigkeit des rein tierischen Verstandes
der Nicht-Erleuchteten als die Tatsache, dass sie bei uns Anleihen gegen hohe
Zinsverpflichtungen aufgenommen haben, ohne zu bedenken, dass sie die gleichen
Summen mit hohem Zinsaufschlag schliesslich zurück vergüten müssen? Wäre es nicht
wesentlich einfacher gewesen, die nötigen Summen gleich von ihren eigenen Untertanen zu
nehmen und die Zinsen zu sparen?

Darin zeigt sich eben die hervorragende Geistesschärfe unserer erwählten Leitung; wir
haben es verstanden, den Nicht-Eingeweihten die Frage der Staatsanleihen in einem
solchen Licht darzustellen, dass sie in der Aufnahme derselben sogar Vorteile für sich zu
sehen glaubten.

Wenn die Zeit gekommen sein wird, in der wir selbst die Voranschläge für den
Staatshaushalt machen, dann können wir uns auf eine Jahrhunderte lange Erfahrung
stützen, die wir bei den nicht eingeweihten Staaten gesammelt haben. Unsere Vorschläge
werden klar und bestimmt sein und die Vorteile unserer Neuerungen ausser Zweifel stellen.
Sie werden die Missstände beseitigen, mit deren Hilfe wir die Nicht-Illuminierten beherrscht
haben, die wir jedoch in unserem Königreich nicht dulden können.

Das Abrechnungs- und Prüfungsverfahren wollen wir derart ausbauen, dass weder der
Herrscher, noch der geringste Beamte imstande sein werden, den kleinsten Betrag aus der
Staatskasse für andere Zwecke zu verwenden oder in andere Kanäle zu leiten, als wir in
unserem Haushaltsplan vorgesehen hatten. Man kann nicht ohne jeden festen Plan regieren.
Selbst Helden gehen unter solchen Umständen zu Grunde.

Die nicht eingeweihten Herrscher haben wir absichtlich von einer eingehenden
Beschäftigung mit der Staatsverwaltung durch höfische Empfangs- und Vertretungspflichten
und glänzende Feste abzulenken gewusst. Sie waren nur der Deckmantel für unsere
Herrschaft. Ihre Günstlinge, denen die eigentliche Staatsverwaltung oblag, verstanden auch
nichts von der Sache. Sie Hessen ihre Berichte von unseren Vertrauensmännern anfertigen.

Wir verstanden es, das leichtgläubige Gemüt der Nicht-Illuminierten in diesen Bericht mit
Versprechungen auf künftige Ersparnisse und Verbesserungen einzufangen. Woraus sollten
diese Ersparnisse erzielt werden? Etwa aus neuen Steuern? So hätte jeder fragen können,
der unsere Abrechnungen und Entwürfe las. Von den Nicht-Eingeweihten verfiel aber
niemand auf diese naheliegenden Einwände.

Sie wissen, wohin die Sorglosigkeit dieser Menschen geführt hat: Trotz des
bewunderungswerten Fleisses ihrer Völker stehen diese Staaten vor dem Zusammenbruch
ihrer Geld- und Steuerwirtschaft.

Steuern reichen gerade für die Zinsen

Bisher haben wir die Käuflichkeit der höchsten Staatsbeamten und die Sorglosigkeit der
Herrscher dazu benutzt, um den nicht erleuchteten Regierungen Geld aufzudrängen, das sie
nicht nötig hatten, und das sich verdoppelte, verdreifachte, ja manchmal vervielfachte. Es ist
ausgeschlossen, dass sich jemand uns gegenüber so etwas herausnehmen könnte. Ich
werde mich daher in meinen weiteren Ausführungen auf die Einzelheiten der inneren
Anleihen beschränken.

Wenn ein Staat eine innere Anleihe will, so legt er in der Regel Zeichnungs-Listen auf
seine Wechsel oder Schuldverschreibungen aus. Der Nennwert wird auf 100 bis 1000
festgesetzt, damit sie der Allgemeinheit zugängig sind. Den ersten Zeichnern wird meistens
ein Nachlass gewährt. Am Tag nach der öffentlichen Auslage wird der Preis künstlich

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gesteigert, weil angeblich eine übergrosse Nachfrage herrscht. Nach einigen Tagen heisst
es, die Kassen des Schatzamtes seien so überfüllt, dass das Geld gar nicht untergebracht
werden könne. Weshalb wurde dann das Geld angenommen? Es heisst, die Anleihe sei
mehrfach überzeichnet worden. Darin liegt der grosse Erfolg: Es hat sich gezeigt, welches
Vertrauen zu den Schuldverschreibungen der Regierung besteht.

Sobald das Anleihespiel vorbei ist, steht der Staat vor der Tatsache einer empfindlichen
Vermehrung seiner Staatsschuld. Um die Zinsen für diese Schuld aufzubringen, nimmt er
seine Zuflucht meist zu neuen Anleihen. Dadurch wächst die Schuld- und Zinslast immer
mehr. Hat der Staat das ihm entgegengebrachte Vertrauen bis zur Neige ausgenutzt, so
muss er durch neue Steuern nicht etwa die Schuld, sondern nur die Zinsenlast decken.
Diese Steuern sind aber lediglich Schulden, mit denen andere Schulden bezahlt werden.

In solcher Lage pflegt der Staat den Zinsfuss seiner Anleihen herabzusetzen. Damit
ermässigt er aber nur die Zinslast, nicht die Schuld. Ausserdem kann solche Massregel nur
mit Einwilligung der Staatsgläubiger vorgenommen werden. Wer damit nicht einverstanden
ist, dem muss der Staat den Nennwert seiner Anleihestücke zurückzahlen. Wollten alle
Einspruch erheben und ihr Geld zurückverlangen, so hätten die Regierungen sich an ihrem
eigenen Angelhaken gefangen; sie wären nicht imstande, die geforderten Summen
zurückzuzahlen.

Da jedoch die meisten Untertanen der nicht illuminierten Staaten in Geldangelegenheiten
zum Glück völlig unbewandert sind, so haben sie stets Kursverluste und Herabsetzungen
des Zinses dem Wagnis einer neuen Anlage vorgezogen. Sie gaben dadurch ihren
Regierungen die Möglichkeit, den jährlichen Schuldendienst wiederholt um mehrere
Millionen zu entlasten.

Bei der heutigen Höhe der Staatsschulden, die vorwiegend durch äussere Anleihen
entstanden sind, können die nicht illuminierten Regierungen solche Schritte nicht mehr
wagen: Sie wissen ganz genau, dass wir im Fall einer Herabsetzung des Zinses alles Geld
zurück verlangen würden.

Die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit wird in allen Ländern den besten Beweis dafür
liefern, dass zwischen den Regierungen und ihren Völkern eine tiefe Kluft besteht.

Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit sowohl auf diese Tatsache wie auf die folgende: Alle
inneren Anleihen wurden in schwebende Schulden umgewandelt, deren Zahlungsfristen
näher oder ferner liegen. Diese Schulden bestehen aus Geldsummen, die in Staatsbanken
oder Sparkassen hinterlegt sind. Wenn diese Gelder lange genug zur Verfügung der
Regierung gestanden haben, verschwinden sie bei der Bezahlung der Zinsen für die
äusseren Anleihen; dann werden an ihrer Stelle Regierungs-Schuldscheine hinterlegt. Mit
solchen Rentenbriefen werden alle Fehlbeträge in den Staatskassen gedeckt.

Sobald wir die Weltherrschaft angetreten haben, werden solche Machenschaften auf dem
Gebiet der Geldwirtschaft restlos verschwinden, weil sie nicht zu unserem Vorteil dienen. Wir
werden auch die Wertpapier-Börsen beseitigen, da wir nicht zulassen können, dass die
Achtung vor unserer Macht durch ein ständiges Schwanken unserer eigenen Staatspapiere
erschüttert wird. Wir werden ihnen einen gesetzlichen Zwangskurs, nämlich den Nennwert,
verleihen und jede Ermässigung oder Erhöhung desselben bestrafen. Auch die Erhöhung
kann nicht geduldet werden, da sie den Keim zur späteren Herabsetzung legt. Hoher Stand
der Wertpapiere gibt den Vorwand dafür, die Preise herabzudrücken, womit wir bei den
Werten der Nicht-Eingeweihten begonnen haben.

Wir werden die Wertpapier-Börsen durch mächtige staatliche Kredit-Anstalten ersetzen,
deren Aufgabe darin bestehen wird, die Industriepapiere entsprechend den Wünschen des
Staates abzuschätzen und zu beleihen. Diese Anstalten werden imstande sein, an einem
einzigen Tag für fünfhundert Millionen Industriepapiere auf den Markt zu werfen oder eben
so viele aufzukaufen. Auf diese Weise werden alle gewerblichen Unternehmungen von uns
abhängig. Sie können sich vorstellen, welche ungeheure Macht unser Staat dadurch im
Wirtschaftsleben gewinnt.

Wir sind die Wohltäter der Menschen

In unseren Händen befindet sich die grösste Kraft der Gegenwart – das Gold. In zwei
Tagen können wir es aus unseren geheimen Aufbewahrungsorten in beliebiger Menge heranschaffen.

Brauche ich wirklich noch zu beweisen, dass unsere Herrschaft von Gott vorgesehen ist?
Sollten wir tatsächlich nicht imstande sein, mit Hilfe unseres Reichtums den Nachweis zu
führen, dass alles Übel, das wir im Laufe vieler Jahrhunderte anstiften mussten, schliesslich
doch zur wahren Wohlfahrt und allseitigen Ordnung geführt hat?

Wir werden die Ordnung durchführen, wenn es dabei auch nicht ganz ohne
Gewalttätigkeit abgeht. Wir werden beweisen, dass wir die Wohltäter der Menschen sind, die
der zerrissenen Erde das wahre Glück und die Freiheit der Persönlichkeit wiedergegeben
haben. Jeder, der unsere Gesetze achtet, kann sich der Segnungen des Friedens und der
Ordnung erfreuen.

Gleichzeitig werden wir alle darüber aufklären, dass die Freiheit nicht in der
schrankenlosen Willkür des Einzelnen besteht, dass des Menschen Kraft und Würde niemals
in der Verkündigung umstürzlerischer Grundsätze, wie zum Beispiel der Gewissensfreiheit,
der allgemeinen Gleichheit, gesucht werden kann, dass die Freiheit der Persönlichkeit
niemanden dazu berechtigt, sich und andere durch wilde Reden vor zusammengelaufenen
Menschen in Aufruhr zu versetzen.

Die wahre Freiheit besteht in der Unantastbarkeit der Person, aber nur unter der
Voraussetzung, dass sie ehrlich und redlich alle Regeln des menschlichen
Gemeinschaftslebens einhält. Die wahre Würde des Menschen besteht in der Erkenntnis
seiner Rechte und der Grenzen dieses Rechts, nicht aber in Schwärmereien über das liebe
Ich.

Unsere Macht muss herrlich werden, weil sie stark sein wird. Sie wird regieren und leiten,
aber nicht hinter den Parteiführern und Rednern herlaufen, die mit törichten Worten, die sie
ihre grossen Grundsätze nennen, unerfüllbare Träumereien verkünden. Unsere Macht wird
die Ordnung erhalten, worin überhaupt das ganze Glück der Menschen besteht. Vor dem
Strahlenkreuz unserer Macht wird das Volk auf die Knie sinken und in scheuer Ehrfurcht zu
ihr aufblicken. Wahres Herrschertum begibt sich keines einzigen Rechts, nicht einmal des
göttlichen. Niemand wird es wagen, ihm zu nahe zu treten und ihm auch nur um
Haaresbreite die Machtfülle zu kürzen.

Fester Wille und unbeugsame Macht

Wir müssen die Völker zur Bescheidenheit erziehen, damit sie sich daran gewöhnen, uns
zu gehorchen. Wir werden daher die gewerbliche Erzeugung von Prunkgegenständen
möglichst einschränken. Damit dürften sich auch die Sitten verbessern, die gegenwärtig
unter der Prunksucht und dem Streben, einander durch einen möglichst grossen Aufwand zu
überbieten, stark gelitten haben.

Wir werden die Hausindustrie wieder herstellen und dadurch die Macht der Grossindustrie
erschüttern. Das ist schon deshalb notwendig, weil die Fabrikherren oft, vielleicht unbewusst,
die Massen gegen die Regierung hetzen.

Der Heimatarbeiter kennt keine Arbeitslosigkeit. Er ist darum mit der bestehenden
Gesellschaftsordnung verwachsen und wünscht die Regierung nicht zu schwächen. Bei der
jetzt vorherrschenden Grossindustrie schwebt die Regierung in ständiger Gefahr einer
überhand nehmenden Arbeitslosigkeit und der daraus entstehenden Unruhen. Sobald die
Macht in unsere Hände übergegangen ist, wird auch die Arbeitslosigkeit verschwinden.

Die Trunksucht wird unter unserer Herrschaft gesetzlich verboten und streng bestraft
werden.

Sie ist ein Verbrechen gegen die Würde des Menschen, der sich unter dem Einfluss
berauschender Getränke in ein wildes Tier verwandelt.

Ich wiederhole: Die Masse gehorcht nur einer starken, von ihr völlig unabhängigen Macht,
zu der sie mit blindem Vertrauen empor sehen kann, und von der sie Schutz und Schirm
gegen die Schläge der sozialen Geissein empfindet. Was nützt ihr die engelsgute Seele des
Herrschers? Sie muss in ihm die Verkörperung eines festen Willens und einer unbeugsamen
Macht erblicken.

Die nicht von llluminaten beherrschten Regierungen können sich nur mühsam am Ruder
behaupten. Sie sind von einer Gesellschaft umgeben, die wir so weit entsittlichten, dass sie
jeden Glauben an Gott verloren hat und aus ihrer Mitte ständig die Flamme des Aufruhrs
emporsteigen lässt. Der Weltherrscher, der die jetzt bestehenden Regierungen ablösen wird,
muss zunächst dieses gewaltig um sich greifende Feuer löschen. Er hat darum die Pflicht,
solche Gesellschaft zu beseitigen, selbst wenn er sie in ihrem eigenen Blut ersticken müsste,
um sie in Gestalt eines richtig organisierten Heeres neu erstehen zu lassen, das bewusst
jede den Staatskörper bedrohende Ansteckung bekämpft.

Der von Gott auserwählte Weltherrscher hat die Aufgabe, die sinnlosen Kräfte des
Umsturzes zu brechen, die von tierischen Naturtrieben und nicht von menschlichem
Verstand geleitet werden. Diese Kräfte feiern jetzt ihre Siege, indem sie unter dem Schein
des Rechts und der Freiheit Raub und Gewalttaten ausüben. Sie haben jede
Gesellschaftsordnung zerstört, um auf ihren Trümmern den Thron des Königs der llluminati
zu errichten. Ihre Aufgabe ist aber gelöst, sobald der König der llluminati die Herrschaft
antritt. Dann müssen sie von seinem Weg hinweg gefegt werden, damit dieser nicht das
geringste Hindernis mehr bietet.

Dann werden wir den Völkern sagen können: Lobet alle Gott und beuget eure Knie vor
dem Auserwählten Gottes, von dessem hehren Antlitz die Vorausbestimmung der Geschicke
der Menschheit erstrahlt. Gott selbst gab ihm einen Leitfaden, damit niemand ausser ihm uns
von den genannten Geissein der Menschheit erlösen könne.

Unsere Weisen kennen alle Geheimnisse

Zum Schluss will ich Ihnen eine Vorstellung davon geben, mit welchen Mitteln wir die
Herrschaft des Königs über die ganze Welt für alle Zeiten fest verankern wollen.

In erster Linie werden wir uns desselben Mittels bedienen, das schon unseren Weisen
von Zion die Leitung der Weltgeschichte verbürgt hat, nämlich der planmässigen Erziehung
der Menschheit in der von uns gewünschten Richtung.

Einige Glieder des Hauses Davis werden die Könige und ihre Nachfolger werden auf ihr
Amt vorbereitet. Sie werden die Auswahl nicht auf der Grundlage des Erbrechtes, sondern
nach den besonderen Fähigkeiten des einzelnen treffen. Die Auserwählten sollen in alle
Geheimnisse der Staatskunst und der Verwaltung eingeweiht werden. Grundbedingung ist,
dass niemand, ausser ihnen, etwas von diesen Geheimnissen erfährt. Unter dieser
Voraussetzung wird sich die Überzeugung Bahn brechen, dass die Regierung denjenigen
anvertraut werden kann, die in die Staatskunst eingeweiht sind.

Nur diese Auserwählten sollen unsere Grundsätze verwirklichen. Jahrhundertelange
Beobachtungen und Erfahrungen, die wir auf staatsrechtlichem und volkswirtschaftlichem
Gebiet sammelten, werden ihnen dabei zur Verfügung stehen. Sie werden den Geist jener
Gesetze einatmen, die die Natur selbst für die Beziehungen der Menschen zueinander
erlassen hat.

Die unmittelbaren Abkömmlinge des Königs werden häufig von der Thronfolge
ausgeschlossen werden, wenn sie während der Lehrzeit Leichtsinn, Weichlichkeit und
sonstige Eigenschaften zeigen, die nicht nur die persönliche Unfähigkeit zur Regierung
erweisen, sondern das Ansehen der Macht schwer schädigen.

Unsere Weisen werden die Zügel der Regierung nur denjenigen anvertrauen, die
unbedingt befähigt sind, eine tatkräftige und feste Herrschaft zu verkörpern, selbst auf die
Gefahr hin, dass diese in Grausamkeit ausartet.

Sobald der König an Willensschwäche erkrankt oder sonstige Anzeichen von Unfähigkeit
an den Tag legt, wird er gesetzlich verpflichtet, die Zügel der Regierung in andere, tatkräftige
Hände zu legen.

Niemand wagt Widerspruch zu erheben

Im König, der sich selbst und die Menschheit mit unerschütterlicher Willenskraft leitet,
werden alle die Verkörperung des Schicksals mit seinen unbekannten Pfaden sehen.
Niemand wird wissen, welche Ziele der König mit seinen Erlassen verfolgt. Darum wird auch
niemand wagen, Widerspruch zu erheben und sich ihm in den Weg zu stellen.

Selbstverständlich muss die geistige Höhe der Könige den grossen Zielen entsprechen,
zu deren Verwirklichung sie berufen sind. Darum wird kein König den Thron besteigen, bevor
unsere Weisen seine geistigen Fähigkeiten erprobt haben

Damit das Volk seinen König kennt und liebt, muss sich dieser dem Volk häufig zeigen
und auf den öffentlichen Plätzen mit ihm reden. Das muss zur notwendigen Verbindung
beider Kräfte führen, die wir jetzt durch die Schreckensherrschaft, den Terror, getrennt
haben. Bisher brauchen wir diesen Terror, um die getrennten Kräfte des Volkes und des
Königs jede für sich allein unter unsere Herrschaft zu bringen.

Der König der llluminati darf sich nicht von seinen Leidenschaften treiben lassen. Ganz
besonders muss er die Sinnlichkeit bekämpfen. Niemals dürfen tierische Triebkräfte die
Herrschaft über seinen Verstand und sein Gemüt gewinnen. Die Sinnlichkeit ist der
schlimmste Feind aller geistigen Fähigkeiten, sie trübt den klarsten Blick und erniedrigt den
grössten Geisteshelden zum Tier, das keinen anderen Zweck des Daseins kennt, als die
Befriedigung der rohesten natürlichen Triebkräfte.

Der Weltherrscher muss alle persönlichen Freuden dem Wohl seines Volkes und der
Menschheit zum Opfer bringen. Unser Weltherrscher darf sich in sittlicher Hinsicht keine
Blossen geben. Er muss ein leuchtendes Beispiel für alle sein.

 

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